Das Missmanagement der Bayern LB 2008

Deutschlands Banken sind auch von der Finanzkrise tangiert – z. B. auch die Bayern LB

Die Finanzmarktkrise hat auch die Bayerische Landesbank (Bayern LB) tief in rote Zahlen gerissen. Abschreibungen von riskanten Wertpapieren führten zu einem beachtlichen Quartalsverlust von über 770 Millionen Euro , wie die Bayern LB zwischenzeitlich dem entsetzten Publikum und der politischen Öffentlichkeit mitteilte.

Die Wertverluste von 1,1 Milliarden Euro hatte die Bayern LB bereits im April 2008 bekannt gegeben. Im operativen Bereich sei die Bayern LB dagegen sehr gut gestartet, meinte damals zumindest der neue Vorstandschef Michael Kemmer. Mit der finanziellen Zusage des Bundeslandes Bayern und der Sparkassen des weiß-blauen Gebiets, für schlappe 4,8 Milliarden Euro die wackligen Wertpapiere mit einer Bürgschaft abzusichern, könnte sich die Bayern LB jetzt erneut auf das operative Geschäft zur Profitsteigerung konzentrieren. Doch dann kam alles noch schlimmer.

Seit dem vergangenen Sommer hatten riskante Papiere ein deutliches Loch von 4,3 Milliarden Euro in der Bilanz der Bayern LB hinterlassen. Davon mussten 1,1 Milliarden Euro als Abschreibungen im ersten Quartal verbucht werden. Das machte kräftige Zuwächse bei Zins- und Provision-Überschüssen nach einer Übernahme der Hypo-Alpe-Adria-Bank völlig zunichte: Die Bayern LB schloss also mit dem Verlust von 770 Millionen Euro für eine kleines Quartal ab. Schon im letzten Jahr hatte die zweitgrößte deutsche Landesbank nur noch einen Gewinn von 175 Millionen Euro gemacht und das auch schon wegen Abschreibungen aus Spekulationsgeschäften.

Alles dieses dürfte zum schlechten Ergebnis der Staatspartei CSU bei den Landtagswahlen beigetragen haben, denn Beckstein, Huber und Co. waren damit hinsichtlich ihrer finanziellen Kompetenz in Frage zu stellen. Die Wahlen 2008 in Bayern waren ein deutliches Zeichen des Misstrauens.

Mit dieser Zäsur richte man seinen Blick nach vorne. Die Voraussetzungen der Bayern LB zum Durchstarten seien gut, sagte der neue Boss, Kemmer. Das operative Kundengeschäft liege voll im Plan, das von diesen Sondereinflüssen bereinigte operative Ergebnis von deutlichen 343 Millionen Euro sei sehr zufriedenstellend, sagte der Bayern LB-Chef anschließend und kündigte neben Arbeitsplatzabbau auch eine Marktoffensive an. Schließlich will man noch einiges tun, um die Verluste wettzumachen.

Am 20.10.2008 gab die BayernLB einen erneuten Finanzbedarf von bis zu 5 Milliarden € bekannt.
In dieser Bank hat anscheinend jeder völlig und hoffnungslos den Durchblick verloren!

Am 21.10.2008 hat sich die BayernLB entschlossen das staatliche Rettungspaket anzunehmen. Man benötigt 5,4 Milliarden € und will zusätzlich eine Kapitalerhöhung von 1 Milliarde € durchführen.
Verzockt hat man sich an den Hypotheken der USA, an Lehman Brother und an Island. Also das komplette Programm. Kommentar von BayernLB Chef Kemmer: "Wer ohne Sünde sei, werfe den ersten Stein."