Das Missmanagement der Sachsen LB

1992 unter Beteiligung von Georg Milbrandt, der bis 2001 den Sitz des Vorsitzenden des Verwaltungsrates innehatte, gegründet, war die Landesbank Sachsen (Sachsen LB) ein selbstständiges Unternehmen und auch in ihrer Form die einzige Landesbank der neuen Bundesländer.

Der Hauptanteil (63%) gehörten der Sachsen-Finanzgruppe, während der Freistaat Sachsen zu 37% an der Landesbank beteiligt war. Die Aufgabe der Sachsen LB sollte sein die sächsische Wirtschaft und Sachsens Sparkasse zu unterstützen.
1999 gründete die Sachsen LB eine irische Tochtergesellschaft, Sachsen LB Europe, und konzentrierte sich stärker auf Auslandsgeschäfte. Dies resultierte darin, dass die Sachsen LB ab 2004 80% ihrer Geschäfte im Ausland tätigt. Außerdem erschüttern mehrere Skandale die Führung der Bank: Michael Weiss (Vorstandschef) gerät in die Kritik und Vorwürfe über die Bespitzelung von Angestellten durch die Bankführung werden laut. Der sächsische Landtag überprüft daraufhin die Vorgänge im Vorstand, der im Februar 2005 sein Amt niederlegt.

Im August 2007 eskaliert die Situation, da die Sachsen LB in eine Liquiditätskrise kommt. Diese resultiert aus einer Krise der Tochtergesellschaft. Die Sachsen LB Europe hatte eine Zweckgesellschaft, namens Ormond Quay, gegründet und ihr eine Garantieübernahme zugesprochen. Ormond Quay investierte mindestens 17 Milliarden Euro in den amerikanischen Aktienmarkt. Mit der Krise auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt im August 2007 können die erworbenen Kredite nicht mehr gegenfinanziert werden, wodurch die Sachsen LB fast ruiniert wird.

Am 17. August 2007 erhält die Sachsen LB zu ihrer Rettung einen Notkredit in Höhe von 17,3 Mrd. Euro von Sparkassen und weiteren Landesbanken. Vorstandsmitglied Stefan Leuscher, der für die Auslandsgeschäfte zuständig war, tritt am 23. August zurück. Ihm folgen in den nächsten Tagen weitere Vorstandsmitglieder.

Um weiteren Verlusten vorzubeugen, kommt es am 26.08. zum Notverkauf der Landesbank Sachsen an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Der Verkaufspreis würde zwischen 300 und 800 Millionen Euro betragen, doch der konkrete Preis sollte durch die Prüfung durch ein Leipziger Bankhaus festgelegt werden.

Am 13. Dezember wurde der Verkaufspreis und weitere Bedingungen festgelegt: die LBBW zahlte 328 Millionen Euro und dafür übernimmt das Land Sachsen eine Landesbürgschaft in Höhe von 2,75 Milliarden Euro.

Auch der sächsische Ministerpräsident Milbrandt zieht Konsequenzen und tritt am 14.08.08 von allen Ämtern zurück.