Der Bundesliga-Skandal 1970 - 1971

Die Saison 1970/71 ist vielen Menschen bis zum heutigen Tage in Erinnerung. Die damals noch junge Fußballbundesliga wurde von einem der größten Skandale aller Zeiten erschüttert. Es gelang den beiden Bundesligaclubs Arminia Bielefeld und Rot-Weiß Oberhausen mittels manipulierten Fußballspielen den drohenden Abstieg aus der Bundesliga zu verhindern.

Beteiligte Klubs und Spieler
Die ganze Reichweite des Skandals zeigte sich erst Wochen und Monate nach Aufdeckung der Manipulation.
Diese wurde durch ein Tonband des damaligen Vereinspräsidenten von Kickers Offenbach aufgedeckt, auf dem eindeutig die Stimmen einiger Bundesligaspieler identifiziert werden konnten, als diese Bestechungsangebote artikulierten.
Betroffen von Manipulationen war unter anderem das Spiel des FC Schalke 04 gegen Arminia Bielefeld, das die Arminen mit 1:0 für sich entscheiden konnten. Viele der Schalker Spieler wurden nach Aufdeckung des Skandals zu langen Spielsperren verurteilt, was den Anfang des langjährigen Niedergangs des Revierclubs einleitete. Der Schalker Star Reinhard 'Stan' Libuda, über den der markante Spruch 'Keiner kommt an Gott vorbei - außer Stan Libuda' geformt wurde, sah einer lebenslangen Sperre entgegen. Er wurde jedoch nach zwei Jahren begnadigt. Trotzdem verfiel Libuda in dieser Zeit in Depressionen und dem Alkoholismus.

Das Team von Hertha BSC Berlin war jedoch der Klub, aus denen Reihen die meisten Spieler am Bundesligaskandal beteiligt waren. Die komplette Mannschaft brachte sich nach zwei sehr erfolgreichen Jahren zuvor hierdurch selbst um eine mögliche glorreiche Zukunft.

Ausmaße des Bundesliga-Skandals
Die Schlagzeilen der Tageszeitungen damals spiegelten den Frust und die Wut der Fans wider, die sich betrogen fühlten. Überschriften wie 'Das Ende der Unschuld' prangten wochenlang auf den Titelseiten vieler Zeitschriften.

Insgesamt wurden mehr als 50 Bundesligaspieler, zwei Trainer und sechs weitere Funktionäre aufgrund von Manipulationsversuchen gesperrt. Zehn Bundesligaspiele wurden nachweislich manipuliert, was den beiden Clubs Arminia Bielefeld und Rot-Weiß Oberhausen den Lizenzentzug einbrachte. Beide Clubs brauchten danach Jahrzehnte, um sich wieder im Profifußball etablieren zu können.

Viele Zeitzeugen warfen dem Deutschen Fußball Bund in der damaligen Situation vor, aufgrund der anstehenden Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland zu voreilig und überhastet reagiert zu haben. Vereine wie der FC Schalke 04 oder Hertha BSC Berlin hätten beispielsweise ebenso mit Lizenzentzug rechnen müssen.
Die gesamte Bundesliga benötigte Jahre, um ihre Reputation wiederzuerlangen und das Vertrauen der Fans in einen fairen und ehrlichen Sport zurückzugewinnen.