Der Fußball-Wettskandal 2005

Der tiefe Fall des Robert Hoyzer

Der Fußball-Wettskandal aus dem Jahre 2005 erschütterte die Bundesliga wie es 25 Jahre zuvor nur dem großen Manipulationsskandal gelungen war.
Hauptverantwortlicher des Wettskandals war der ehemalige DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer, der den Verlockungen des schnellen Geldes durch Sportwetten nicht widerstehen konnte. Damit er und weitere Drahtzieher der Wettmafia hohe Gewinne bei Sportwetten einfahren konnten, manipulierte er zahlreiche Spiele, die er als Schiedsrichter leitete.
Betroffen von Manipulationen waren Spiele der Zweiten Bundesliga, des DFB Pokals und der Regionalligen.
Das erste Runden Spiel des DFB-Pokals vom 21. August 2004 zwischen 'SC Paderborn 07 - Hamburger SV' war z.B. betroffen. SC Paderborn siegte damals 4:2, mit 2 fraglichen Elfmeter. Als Entschädigung wurden dem Hamburger SV 500.000 Euro zugesprochen. Das Spiel 'LR Ahlen - Wacker Burghausen' wurde wiederholt, weil es manipuliert wurde.

Aufgrund von banden- und gewerbsmäßigem Betrug wurde Hoyzer zu zwei Jahren und fünf Monaten Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Zudem wurde er vom DFB lebenslang gesperrt. Er darf aufgrund dieses Entschlusses weder das Amt eines Trainers noch eines Spielers oder Schiedsrichters bekleiden.

Die Bundesliga taumelt zum zweiten Mal in ihrer Geschichte
Der Wettskandal zog weitreichende Folgen nach sich. Der DFB-Kontrollausschuss verabschiedete viele neue Sicherheitsvorkehrungen, um ähnliche Wettskandale zukünftig bereits im Keim zu ersticken. Der kurzfristige Wechsel von Schiedsrichtern vor den Spielen gehört ebenso zu diesem Maßnahmenkatalog wie die Einführung des Videobeweises bei Fußballspielen. Auch die Beobachtung der Spiele der drei Bundesligen durch erfahrene Schiedsrichter wurde forciert.

Die Welt zu Gast bei Betrügern?
Der Wettskandal ereignete sich unmittelbar vor Beginn der Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, sodass Parallelen zum Manipulationsskandal 25 Jahre zuvor nicht von der Hand zu weisen waren. Damals stand die Bundesliga ebenfalls vor einer Fußball WM im eigenen Land.
Insgesamt wurde das Thema in der internationalen Presse jedoch nur beiläufig aufgegriffen, sodass sich der Imageschaden des deutschen Fußballs in Grenzen hielt.