Der Konkurs der Bremer Vulkan 1996

Allgemeines zum Unternehmen
Die Bremer Vulkan AG war eine der bedeutendsten Großwerften in der Bundesrepublik Deutschland, ehe sie Mitte der 90er Jahre Konkurs anmelden musste. Zeitweise nahm sie den Platz als wichtigster Arbeitgeber im nördlichen Bremen ein.
Da die Bremer Vulkan AG von Frachtschiffen bis zu Tankern nahezu alle erdenklichen Schiffstypen hergestellt hatte, war sie lange Zeit zu den größten europäischen Werften zu zählen. Insgesamt wurden mehr als 1.000 Schiffe auf dem Bremer Vulkan gebaut. Außer zu Zeiten der Weltkriege wurden im Übrigen ausschließlich zivile Schiffe vom Unternehmen gebaut.

Der Name der Werft leitet sich vom römischen Gott Vulcanus ab, dem Gott der Schmiedekunst.

Geschichte des Unternehmens

Die Anfänge und die Kriegsjahre
Das Unternehmen wurde am 23. Oktober 1893 als „Bremer Vulkan Schiffbau und Maschinenfabrik in Vegesack“ mit einem Startkapital von 300.000 Mark gegründet. Durch einige geschickte Übernahmen und Fusionen mit anderen Unternehmen entwickelte sich die Großwerft schon bald zu einem bedeutenden Arbeitgeber in der Hansestadt.
In den Zeiten des Ersten Weltkrieges wurde die Werft vom Reichsmarineamt dazu gezwungen, U-Boote und andere militärische Schiffe anzufertigen. Dennoch setzte man weiterhin den Hauptschwerpunkt auf die Herstellung von zivilen Schiffen.
Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten musste die Bremer Vulkan jedoch ab 1940 den zivilen Schiffsbau komplett einstellen und diente der Reichsmarine ausschließlich als einer der Hauptproduzenten von Kriegsschiffen und U-Booten.

Die Nachkriegszeit
In den ersten Jahren hielt sich die Bremer Vulkan durch Reparaturarbeiten für die alliierten Streitkräfte und der Herstellung von Fischkuttern über Wasser. Schon kurze Zeit nach Kriegsende konnte das Unternehmen jedoch an ihre alte Stärke anknüpfen. Durchschnittlich wurden zehn Schiffe jährlich hergestellt, die von mehr als 3.750 Mitarbeitern gefertigt wurden.
Während des Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland in den 60er und Teilen der 70er Jahren beschäftigte das Unternehmen zeitweilig mehr als 5.700 Angestellte. Durch die fortschreitende Technisierung wurden jedoch nach und nach viele Arbeitsplätze eingespart, sodass die Mitarbeiterzahl gegen Ende der 70er Jahre auf weniger als 3.200 schrumpfte.

Die Neuzeit und der Bankrott
Anfang der 80er Jahre verlor die Bremer Vulkan nach und nach wichtige Geschäftspartner und somit Aufträge. Die Unternehmensleitung versuchte durch den Aufkauf anderer Geschäftszweige der Krise im Schiffsbau entgegenzuwirken. Da jedoch fast ausschließlich sanierungsbedürftige Firmen gekauft wurden, entwickelte sich dieser Schritt als Anfang vom Ende des einst renommierten Unternehmens.

Das endgültige Aus für das Unternehmen wurde durch den Vorwurf der Veruntreuung von Geldern durch die Unternehmungsleitung eingeleitet. Von den Vorwürfen konnte sich die Bremer Vulkan AG niemals befreien und meldete 1996 Konkurs an.