Der Pleite der Gontard & Metallbank 2002

Im Jahre 1998 fusionieren in Deutschland zwei Banken, die eine Tradition mit in die neue Unternehmensehe bringen. Gontard, Ursprung als Handelshaus das Jahr 1726, zur Bank mutierte das Unternehmen im Jahre 1854,
Im Jahre 1906 gründet Wilhelm Merton, der 1881 die Metallgesellschaft AG. gegründet hatte, die Berg- und Metallbank AG., die später in Metallbank AG. umbenannt wurde. Beide Banken haben sich historisch nie ein Fundament im Breitengeschäft verschafft, sondern waren immer Spezialunternehmen in bestimmten Banksegmenten.

Mit der Fusion der beiden Banken Gontard & Metallbank AG. im Jahre 1998 sah die Bank ihre Chance in einem Bereich, der später zur bis dahin größten Börsenkrise und zum Börsenskandal wurde, dem Neuen Markt. Mit einigen neuen Ideen, oft im neuen Technologiemarkt EDV und Elektronik, schossen die neuen Firmen in Form von Aktiengesellschaften aus dem Boden. Risikokapitalgeber wurden gegründet, die mit der Gier nach riesigen Renditen auf den Zug aufsprangen und auch Banken. Eine dieser Banken war Gontard und Metallbank AG. Auch diese Bank war blind, und die Banker als Fachleute merkten nicht, dass Firmen mit Millionenumsätzen mit zweifachen Milliardensummen an der Börse bewertet wurden. Hier versagte eine ganze Generation von Bankern und sorgte dafür, dass der neue Markt mit geschätzten 200 Miliarden € unterging.

Und hier war die Gontard und Metallbank AG. eine der kreditgebenden Banken. Die Bank gab reichlich das Geld und nahm als Sicherheit die Aktien der Unternehmen, die keinen inneren Substanzwert hatten, sondern es waren oft mehr die Träume ihrer Firmeninhaben, die mit dem Kopf in den Wolken schwebten. Im ganzen Umfeld dieser Börsenpleite, die man zum Teil noch unglücklichen Umständen der wirtschaftlichen Entwicklung zuschrieb, schrieb man den Banken weniger die Schuld zu. Trotzdem, die Banker haben damals genauso versagt wie später, was Sie jetzt als Finanzkrise kennen lernen mußten. Und das traurige ist, dass auch diese Banker die Zukunft des Finanzmarktes bestimmen werden, und wiederum, andere Fehler machen werden.

Wenn es jetzt in einer Internetmitteilung, deren Aussage nicht gesichert ist, von der Gontard & Metallbank AG. heißt, die Gläubiger bekämen 50 % ihrer Einlagen, dann kann das nur ein kleiner, aber auch unbestätigter Trost sein.

Die Letzte Meldung auf deren Internet Präsenz:
Insolvenzverfahren wegen Überschuldung eröffnet
Frankfurt am Main, 17.05.2002 - Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat heute das Insolvenzverfahren über die Gontard & MetallBank AG eröffnet.