Die Chronik der Finanzkrise 2007 - 2008 - 2009

Detroit Rock City, Arcandor Pleite Manager, Juni 2009:

  • Pünktlich zum Monatsanfang gibt es die grösste Pleite in der amerikanischen Geschichte. General-Motors, der ehemals mächtigste Konzern der Welt, hat Insolvenz angemeldet und damit über 100 Jahre Firmengeschichte in den Arsch getreten. Nach Chrysler nun also General Motors, bleibt nur noch Ford. Man darf gespannt sein, ob nach dem Insolvenzverfahren noch etwas übrig bleibt. Über 2400 Vertragshändler und Zulieferer werden den Bach runtergehen, Auch ausländische Zulieferer stehen auf der Kippe und das könnte dramatisch werden. Wenn zu viele Zulieferer kippen, bekommen die gesunden Automobilhersteller keine Teile mehr für neue Autos. Im schlimmsten Fall wird hier eine Kettenreaktion gestartet. Hunderttausende Rentner bekommen keine oder deutlich weniger Betriebsrente, zig tausende Mitarbeiter werden entlassen. Von der Autostadt schlechhin, Detroit, wird auf jeden Fall nicht mehr viel übrig bleiben,
    Detroit, eine Stadt stirbt. Sie hat jetzt schon eine der höchsten Gewaltraten der USA, über 30% Armut und 47% Analphabetentum.
  • Ausserordentliche Aktionärsversammlung der Hypo Real Estate, es geht darum die Aktionäre zu enteignen. Die Presse wurde komplett ausgesperrt, Pressefreiheit wie zu Zeiten von Hitler oder der Stasi, es darf keiner irgendetwas übertragen. Es wird eine Kapitalerhöhung von knapp 3 Milliarden Euro beschlossen. Von dieser Kapitalerhöhung werden alle Aktionäre ausgeschlossen, ausser dem Staat, Kleinaktionäre verlieren alles. Der Staat sichert sich auf diesem Weg eine Mehrheit von über 90% und kann dann alle anderen Aktionäre herausdrängen. Dies nennt man Squeeze Out oder auch, inoffiziell, enteignen.
  • Porsche kämpft weiter gegen die Zahlungsunfähigkeit. Nun soll die staatliche KfW einen Milliardenkredit bereitstellen, ganze 1,75 Milliarden Staatsgelder will Porsche, um sein Schulden bezahlen zu können. Die, geplante, Übernahme von VW und die zig Millionen an Managergehältern haben den Konzern am Rande der Pleite geführt und nun soll der Steuerzahler dafür aufkommen!
    Moral? Das interessiert die Manager nicht die Bohne.
  • Die EZB, Europäische Zentralbank, kauft Pfandbriefe und ihnen ähnliche Covered Bonds.Dieses Refinanzierungsinstrument ist für die Banken wichtig, um noch mehr Geld zu bekommen. Die Unternehmen bleiben, natürlich, weiter auf der Strecke, unterstützt werden nur Banken.
  • Die drittgrößte deutsche Werft Wadan, Schwerin, ist Pleite, Schuld ist der russische Eigentümer, der keine Zahlungen mehr tätigt. Jetzt bangen Tausende Schiffbauer und Mitarbeiter bei Zulieferern um ihren Job.
  • Die Arbeitslosen Quote in der USA steigt auf 9,4%, die höchste Quote seit über 25 Jahren. Noch nicht enthalten ist die Pleite von General Motors, In Zukunft dürfte die Quote auf über 10% steigen.
  • Arcandor am Abgrund, Die Bundesregierung verweigert dem Konzern einen Rettungskredit oder eine Bürgschaft. Das Zukunftskonzept von den Eignern, der Familie Schickedanz und der Privatbank Sal. Oppenheim hat keine Zukunft. Der Konzern hat seit Jahren mit der Pleite zu tun und seit Jahren kein Zukunftskonzept, nun erfährt auch die Öffentlichkeit von der Situation. Die reichen Anteilseigner hatten keinen Bock mehr auf Sozialismus. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hält eine dramatische Rede an die Belegschaft und sagt man werde alles tun, um das Unternehmen zu retten.
  • Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen den Ex- Manager Thomas Middelhoff von Arcandor.wegen des Verdachts der Untreue. Middelhoff soll die Karstadt Immobilien an einen Immobilienfond verkauft haben, an dem er selber Miteigentümer ist. Nun soll er auch noch an überhöhten Mieten, die Arcandor nun an den Immobilienfond zahlen muss, profitieren. Der Immobilien Verkauf war der schleichende Tod von Karstadt und Arcandor und wie immer profitiert einer davon. Auch Hertie ist mit zu hohen Mieten kaputt gemacht worden.
  • Keine 24 Stunden nach der dramatischen Rede von Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick, man werde alles tun, meldete Arcandor Insolvenz an. Ja, wer hat diesem Managment denn geglaubt??? Leider sind es immer wieder die Mitarbeiter, die als Deppen oder hilflos auf die Strassen gehen und das Missmanagment der Manager mit Demonstrationen unterstützen. Die Arcandor Töchter Thomas Cook und HSE24 sind von der Insolvenz nicht betroffen. Zehntausende Mitarbeiter stehen vor ihrem privaten Ruin und andere verdienen sich dumm und dähmlich an überhöhten Mieten. Dies ist Deutschlands grösstes Insolvenzverfahren in der Geschichte.
  • Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick im Focus der Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt nun auch gegen den aktuellen Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick, der Vorwurf lautet Insolvenzverschleppung. Arcandor eine Story für Hollywood.
  • Neues von Chrysler und Fiat. Der Oberste Gerichtshof der USA hat den Fiat Einstieg bei Chrysler gestoppt. Drei Pensionsfonds hatten Eilantrag gestellt, schliesslich stehen die Renten der ehemalige Angestellte auf dem Spiel. Doch die Zeit drängt, nach offiziellen Angaben werden jeden Tag 100 Millionen $ verbrannt. Die Pensionsfonds streiten, übrigens, um 42 Millionen $.
  • Porsche will sich verkaufen, um den Volkswagen Konzern doch noch übernehmen zu können. Der Ölstaat Katar will 25% an der Porsche Holding übernehmen und hat damit auch deutlich Mitspracherecht über Porsche und Volkswagen. Ein Ende des Familienunternehmens Porsche, nur um gegen Volkswagen nicht klein bei zu gegben.
  • Lettland braucht immer mehr Geld, nun soll auch noch die Bindung der eigenen Währung Lats an den Euro aufgegeben werden. Staatsanleihen finden keinen Abnehmer mehr, man erwartet eine Arbeitslosenquote von 20% und die Staatsausgaben sollen immer weiter gekürzt werden. Ein Land am Rande der Pleite.
  • China verfällt immer mehr dem Protektionismus. Es gibt ein neues Konjunkturprogramm, in Höhe von 585 Milliarden $, doch ausländische Produkte dürfen nur mit Genehmigung der Behörden angeschafft werden. Ein ähnliches Programm der USA im Februar wurde noch kritisiert, doch wen interessiert schon sein Geschwätz von gestern.
  • Neues von Arcandor, man hat 15 weitere Insolvenzen gestellt, betroffen sind u.a. Foto Quelle oder Call Center. Top Manager Eick hat bekannt gegeben, das er 2 Millionen Euro pro Jahr verdient, dazu kommt noch eine Erfolgsprämie. Nicht schlecht, für eine Insolvenz, wo Tausende bald Hartz IV bekommen.
  • Die US-Notenbank Fed soll mehr Macht bekommen. Nach den neuen Reformplänen für das Bankensystem soll die FED das Bankensystem mit mehr Macht besser kontrollieren. Bis zum Beginn der Krise hatte die FED von einer Krise überhaupt nichts mitbekommen, mit mehr Macht wird sich das wohl kaum ändern. Desweiteren gehört die FED nicht dem Staat, sondern den Banken. Das heisst dann wohl, die Banken überwachen sich selber, na super!
  • Porsche Chef Wendelin Wiedeking verliert die Nerven, Ziel seiner Verbalattacken sind IG-Metall-Chef Berthold Huber und Porsche-Großaktionär Ferdinand Piëch. Er wirft ihnen geschäftsschädigendes Verhalten vor und droht mit Klage. Huber hatte den Kreditantrag von Porsche öffentlich kritisiert und meinte, 'nur', man könne nicht jedem Konzern einen Staatskredit geben. Porsche steht vor der Zahlungsunfähigkeit und braucht dringend Geld, Katar soll hier helfen, doch die wollen Mitspracherecht und nicht einfach Geldgeber sein.
  • Die Mehrfach Pleitebank IKB will weitere Milliarden vom deutschen Staat, die Bank gehöhrt, mittlerweile, der Heuschrecke Lone Star. Jetzt kommen sie schon wie die Heuschrecken um an unsere Steuergelder zu kommen!
  • Bayern zahlt 50 Millionen Euro Steuergelder an Quelle, damit die ihren Winterkatalog drucken können.
  • Rückzahlungswelle in den USA. Die Zehn grössten Banken beginnen damit ihren Staatskredit zurück zuzahlen. Sie wollen nicht länger im Griff der US Regierung sein.
  • General Motors, Pleitefirma der US Automobilbranche, fordert eine Rückkaufoption auf Opel. Der, vorraussichtliche, Übernahmekandidat Magna soll die Drecksarbeit machen und Opel sanieren und dann will Gereral Motors Opel wieder zurückkaufen. Wie pervers sind die denn? Nuin steht der ganze Deal wieder in Frage.
  • Die Bankenpleiten in den USA gehen weiter. Es trifft z.B. die Bank of Anthony, die Cooperative Bank und die Southern Community Bank, alles kleinere Banken. Die Anzahl beläuft sich in diesem Jahr auf 40 Bankpleiten in den USA.
  • Die isländische Kaupthing Bank beginnt damit den rund 34.000 deutschen Anlegern ihr Geld zurück zuzahlen. Nach über 8 Monaten bekommen die deutschen Sparer ihr Geld zurück, natürlich ohne Zinsen und nicht alle zeitgleich.
  • Die EZB gibt fast 500 Milliarden Euro für, lappsche, 1% Zinsen an die Banken, der Zinssatz ist für 1 Jahr festgeschrieben. Wenn wir unser Konto überziehen müssen wir fast 15% Zinsen zahlen. Die Banken nutzen das Angebot und legen das Geld dann z.B. für ~4% Festgeld an. Auf gut Deutsch: Als Dank für Millionen Arbeitslose, die Banken auf ihrem Gewissen haben, bekommen sie jetzt von der EZB Geld geschenkt!. Der ehrliche Mensch bekommt, wie so oft, einen Tritt in den Arsch. Es wird Zeit für einen Bürgerkrieg.
  • Porsche bekommt die Panik. Volkswagen verliert die Geduld mit Porsche und setzt eine Frist für ein Rettungsangebot. Darauf wirf Porsche dem Volkswagen Konzern Erpressung vor. Manchen Firmen darf man kein Rettungsangebot machen und Porsche gehört, definitiv, dazu. Mit dieser Reaktion gefährdet Porsche auch den Einstieg von Katar, Die Zahlungsunfähigkeit von Porsche rückt immer näher.
  • Quelle, die Arcandor Tochter steht ganz nah am Abgrund. Wie jetzt herauskam hat Arcandor das ganze Geld von Quelle an Arcandor überwiesen und das Unternehmen völlig mittellos ausbluten lassen. ohne Fremdkapital geht hier nichts mehr und mit Staatsgeld wird sich Arcandor das Geld wieder nehmen und Quelle sterben lassen. Zwei Tage später gibt die Bundesregierung, Sachsen und Bayern dem Pleite Unternehmen 50 Millionen Kredit, da wollen wir mal hoffen, das dieses Geld auch da ankommt wo es hingehört.
  • Bernard Madoff, der Milliarden Betrüger, ist an einem New Yorker Gericht zu 150 Jahren verurteilt worden. Madoff hatte mit einem Schneeballsstem ca. 8000 Menschen um 65 Milliarden $ betrogen. Schade, dass in Deutschland solche tollen Urteile nicht geben wird, manche Banker sollten für jeden Arbeitslosen 1 Jahr ins Gefängnis. Aber in Deutschland bekommen die Banker für ihre Schandtaten auch noch Geld und Bonuszahlungen geschenkt.
  • Die Arbeitslosenquote der USA steigt auf 9,5%, ein 26 Jahreshoch. So hoch war sie zuletzt im August 1983 und ein Ende ist nicht in Sicht.
  • Kalifornien ist Pleite und ruft den Notstand aus. Gouverneur Schwarzenegger lässt Schuldscheine drucken und bezahlt damit die Angestellten des Bundesstaates, Steuerrückerstattung werden ebenfalls damit beglichen. Staatsbedienstete müssen in den unbezahlten Zwangsurlaub, drastische Sparmassnahmen werden folgen. Man überlegt jetzt sogar das Staatsgefängnis San Quentin zu verkaufen. Die Al-Qaida hätte bestimmt Interesse, soviele neue Mitarbeiter auf einen Streich.