Die Chronik der Finanzkrise 2007 - 2008 - 2009

Mega-Rezession im Formel 1 Tempo, Dezember 2008:

  • Die Bayern wollen sich bei der BayernLB nicht von der Bundesregierung rein reden lassen. Der Bundesstaat zahlt lieber die benötigten 10 Milliarden € selber an die BayernLB. Die dafür benötigten Kredite betragen 25% des jährlichen bayrischen Haushaltetats. Wenn das mal gut geht; vielleicht sehen wir bald das erste Bundesland vor der Pleite und das aus falschem Stolz.
  • Kalifornien ruft offiziell den Notstand aus; den Finanznotstand. Das drittgrößte Bundesland der USA und das bevölkerungsreichste steht immer näher vor der Pleite. Ohne Hilfe steht das Land, das von Arnold Schwarzenegger regiert wird, im Februar vor der Zahlungsunfähigkeit.
  • Infineon macht 3,1 Milliarden € Verlust in den letzten 12 Monaten. Mit 3 Milliarden € Minus ist die Tochter Qimonda Hauptverantwortlicher für die Verluste. Letzten Monat bettelte man schon um Staatshilfe, ohne diese ist Qimonda im nächsten Jahr Pleite und 13500 Mitarbeiter ihren Job los. Infineon ist der erste Penny Stock im Dax 30, der Jahres Tiefstkurs lag bei 0,63 €. Die Aktie war mal bei über 100 €, ein Minus von über 90% alleine im Jahr 2008! Nach der VW Zockerei nun Penny Stocks im Dax. Die Börse verliert immer mehr an Glaubwürdikeit.
  • Mit Formel 1 Geschwindigkeit geht die Krise weiter. Honda steigt, mit sofortiger Wirkung, aus der Formel 1 aus; der Sport ist nicht mehr finanzierbar. Es werden neue Käufer gesucht, aber zur Zeit ist keiner bereit das teure Formel 1 Team zu übernehmen. Man darf gespannt sein wie andere Automobil Hersteller reagieren. Betroffen ist u.a. auch Ross Brawn, der war Technischer Direktor bei Ferrari und Michael Schumacher.
  • Mal wieder ein neues Schlagwort: Mega-Rezession. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, befürchtet einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in Deutschland um 4%. Das wäre dann die schlimmste Krise seit Bestehen des Landes Deutschland.
  • Neue Daten zum Arbeitsmarkt der USA im November: Es sind 533.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Der schlimmste Rückgang seit 1974, damals waren es die Nachwirkungen der Ölkrise 1973.
  • Bayern's Hypo Real Estate braucht immer mehr Staatshilfe. Die Staatsgarantien vom November reichen jetzt schon nicht mehr aus, man benötigt weitere 10 Milliarden €. Alles zusammen gerechtet betragen die Staatshilfen schon über 50 Milliarden €.
  • Das musste ja passieren. Nachdem immer mehr Autokonzerne Kurzarbeit und Zwangsurlaub verhängen, gibt es jetzt die erste Pleite bei den Zulieferfirmen. Der Bremsenhersteller TMD Friction mit 4500 Angestellten ist insolvent. Die Firma wurde 2001 vom britischen Private-Equity-Unternehmen Montagu übernommen und finanziell ausgesaugt. Die Heuschrecken zeigen ihr wahres Gesicht. Welche Branche wird die nächste sein? Transportunternehmen oder Logistik?
  • Der zweite Zulieferer geht auch gleich Pleite. Auch der Walzenhersteller HWU ist zahlungsunfähig. Immer mehr Zulieferer stehen vor dem Aus und melden Kurzarbeit an, in der Hoffnung doch noch zu überleben. Das Problem ist: Ohne Zulieferer keine Autos und ohne Autos keine Zulieferer. Von den Transportunternehmen will ich noch gar nicht sprechen.
  • Bewusst wird einem das Ausmass der Krise auch durch die Wahl zum Wort des Jahres 2008. Das Wort Finanzkrise ist Wort des Jahres, auf dem zweiten Platz folgt Verzockt.
  • Noch eine Pleite im Autozulieferer Sektor. Diesmal hat es Tedrive getroffen, über 1500 Mitarbeiter stehen am Abgrund. Gefertigt wurden Lenksysteme und Antriebswellen für die Automobilbranche.
  • Der nächste Autozulieferer ist Pleite. Wagon Automotive aus Unterfranken ist zahlungsunfähig und hat Insolvenz beantragt. Hier wurden Karosserieteile gefertigt.
  • Infineon hat keine Mittel um seine Tochter Qimonda zu retten. Der Rettungsversuch des Staates Sachsen übersteigt die Möglichkeiten von Infineon. Sachsen hatte 150 Millionen € für Qimonda in Aussicht gestellt, Infineon sollte den gleichen Betrag beisteuern. Doch Infineon kann oder will nichts für seine Mitarbeiter tun, das kann sich ja jeder selber denken. 3000 Mitarbeiter in Sachsen stehen jetzt vor ihrem persöhnlichen Ruin.
  • Erst die weltweite Finanzkrise, dann die weltweite Wirtschaftskrise; doch den Amerikanern reicht das natürlich nicht. Ex Nasdaq-Chef Bernard Madoff betrieb seit Jahren ein Schneeballsystem, Anleger wurden um bis zu 50 Milliarden $ betrogen und die amerikanische Finanzaufsicht SEC hat nur zugesehen. Bereits 1999 war die SEC gewarnt. Madoff versprach hohe Renditen, die er mit dem Geld der anderen Anlegern bezahlte.Wieder ein Beweis, was man vom amerikanischen Finanzsystem halten kann. Auch deutsche Sparanleger sind wieder betroffen, über 20 Dachfonds und Zertifikate, die in Madoff investierten, sind in Deutschland vertrieben worden.
  • Der Motorsport kommt immer näher an den Abgrund. Diesmal hat es die Rallye WM erwischt. Suzuki und Subaru sind beide aus der Rallye WM ausgestiegen. Es geht ums nackte Überleben, da bleibt kein Geld für den Sport.
  • FED: Fett - grass. Die amerikanische Notenbank senkt die Zinsen auf 0 - 0,25%, der tiefste Stand aller Zeiten. Geld für umsonst. Desweiteren will man massiv Staatsanleihen kaufen, damit der Staat noch mehr Schulden machen kann und das Geld in den Markt werfen kann. Die USA wird jetzt richtig interessant für weltweite Zocker: CCT: Currency Carry Trade werden sich so richtig lohnen. Der Dollar wird immer mehr zu wertlosen Schrott. In Zukunft wird die Inflation dramatisch zunehmen.Kassandra!
  • Immer mehr Unternehmen treten in die Kurzarbeit. Darunter nahmhafte Firmen wie Salzgitter, BASF, Bayer, Merck, Lanxess, Rheinmetall, Kali und Salz, Infineon oder Thyssen-Krupp. Und natürlich, nahezu, die komplette Autobranche und deren Zulieferer.
  • Durch die weltweite Wirtschaftskrise ist der Öl Preis drastisch eingebrochen. Der höchste Preis lag bei 147 $ pro Barrel, nun pendelt er bei 40 $ pro Barrel. Dadurch haben die Ölförderer nun Probleme, Ölförderung lohnt sich kaum noch und manche Länder sind auf das Geld angewiesen. Nun hat die OPEC die Fördermenge um 2,2 Millionen Barrel pro Tag gekürzt, solche eine hohe Senkung hat es noch nie gegeben.
  • Razzia bei der Hypo Real Estate, die Staatsanwaltschaft München hat zur Zeit viel zu tun. Es wurden auch private Wohnungen untersucht. Ermittelt wird wegen unrichtiger Darstellung und Marktmanipulation.
  • Apropos Staatsanwaltschaft: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen immer mehr Banken, darunter IKB, KfW, SachsenLB, LBBW (Landesbank Baden-Württemberg), HSH Nordbank, BayernLB und, wie auch bekannt, Hypo Real Estate. Vermutlich werden alle schadfrei bleiben, so ist das hier.
  • Die Zinsen werden immer weiter gesenkt, doch nur die Banken kommen in den Genuss. In Amerika gibt es sogar Geld für umsonst. Doch die Flodder Banker geben das nicht weiter. Viele Unternehmen müssen horrende Zinsen für Kredite bezahlen oder sie bekommen gar kein Kredit. Diese Kreditklemme (Credit Crunch) ist der Ruin vieler Firmen. Eiskalt behaupten die Banker es gibt keine Kreditklemme, um gleichzeitig das billige Geld immer weiter zu verzocken.
  • Um die amerikanischen Automobilbauer Chrysler, General Motors und Ford sieht es immer schlimmer aus. Sie schliessen alle Fabriken in Nordamerika für einen Monat, kein einziges Auto wird mehr gebaut. General Motors stoppt auch noch den Bau einer Fabrik um umweltfreundlichere Autos zu bauen, die eigene Zukunft wird hier auf Eis gelegt.
  • Der Euro steht vor einer ungewissen Zukunft. Frankreich, Italien, Griechenland und Irland wollen die aktuelle Wirtschaftskrise dazu benutzen, um ihr Haushaltsdefizit massiv auszuweiten. Die Folge wäre ein immer schwacherer Euro und damit eine hohe Inflation. Das Ende des EU-Stabilitätspakt??? Das Ende der EU??? Welche Währung wird in Zukunft überhaupt noch eine Bedeutung haben? Vielleicht wird Inflation die zukünftige Weltwährung.
  • Qimonda nun doch gerettet, man bekommt Kredite von insgesamt 325 Millionen €. Vom Land Sachsen kommen 150 Millionen €, von der Mutter Infineon nur 75 Millionen € und 100 Millionen € über eine Investitionsbank des Staates Portugal, auch dort sind ca. 2000 Arbeitsplätze bedroht.
  • Ecuador hat keinen Bock mehr seine Schulden zu zahlen, Staatsanleihen werden für Investoren also wertlos. Präsident Rafael Correa verweigert die Zahlung der Schulden und erklärt sie für illegal. So einfach kann das sein, vielleicht ist das ja die Rettung für die USA.
  • Der nächste Finanzbetrug der Amerikaner und das nächste Opfer. Polaroid meldet Insolvenz an. Eigentümer Tom Petters hat Investorengelder erschlichen, über 3 Milliarden $.
  • Japan senkt die Zinsen, von 0,3% auf 0,1%. 0,2%, Ein Brüller. Denn sie wissen nicht was sie tun, oder tun sollen.
  • Die Autobauer der USA General Motors und Chrysler bekommen einen Überbrückungskredit, überbrückt wird hier die restliche Amtszeit von Präsident Georg W. Bush. Die Kredithöhe beträgt 17,4 Milliarden $, ein Tropfen auf den heissen Stein. Der Betrag stammt aus dem 700-Milliarden $ Rettungspaket, der eigentlich nur Banken zur Verfügung steht; aber was interessiert uns das Geschwätz von gestern. Auch Kanada bewilligt einen Kredit von 3,4 Milliarden $, es stehen über 600.000 Arbeitsplätze in Kanada auf dem Spiel.
  • Sie kennen noch Fortis? Die Beneluxe Bank stand vor der Pleite und der belgische Anteil wurde an BNP Paribas verkauft, jedoch ohne Genehmigung der Kleinaktionäre. Deren folgende Klage sollte nun, durch Druck auf das Gericht, abgeschmettert werden. Druck kam wohl von der belgischen Regierung höchst persönlich. Nachdem das gescheitert war, bietet die Regierung nun ihren Rücktritt an. Belgien versinkt im Chaos.
  • Kein Ende der Rezession. Nun erwartet auch der weltgrößte Autohersteller Toyota einen Jahresverlust, der erste in 70 Jahren Firmengeschichte. Man rechnet mit über 150 Milliarden Yen (ca. 1,2 Milliarden Euro) Verlust.
  • Domino im Autozulieferer Sektor, diesmal hat es Kittel Supplier erwischt. Der Metallverarbeiter aus Landshut beschäftigt ca. 600 Menschen und hat Insolvenz angemeldet.
  • Die Finanzbetrügereien von Ex Nasdaq-Chef Bernard Madoff fordern ihr erstes Todesopfer. Der französischer Fondsmanager Magon de La Villehuchet der Fondsgesellschaft Access International Advisors hat sich das Leben genommen, er hatte über 1 Milliarde $ investiert.
  • Belgiens König Albert II nimmt den Rücktritt von Regierungschef Leterme an, zur Zeit soll er aber die laufenden Geschäfte weiter betreuen. Damit ist das Land der Flamen und der Wallonen quasi Regierungslos.
  • Noch ein Madoff Ofer: Die Elie-Wiesel-Stiftung hat fast ihr ganzes Vermögen verloren. Es waren über 15 Millionen $. Intoleranz und Ungerechtigkeit zu bekämpfen, waren ihr Ziel, jetzt wurden sie selber zum Opfer.
  • Mal wieder eine Verstaatlichung, diesmal trifft es American Express. Die USA steigen mit über 3,4 Milliarden $ bei dem Kreditkarten Unternehmen ein.
  • Russland und seine Milliardäre. Viel, viel Geld haben sie. Nein hatten sie! Mehr als 100 Milliarden $ gingen verloren. Roman Abramowitsch, Besitzer des englischen Fussball Vereins FC Chelsea, z.B., verlor über 20 Milliarden $ und besitzt nur noch knapp über 3 Milliarden $. Peanuts. (Die Zahlen der Nachrichtenagenturen gehen hier aber weit auseinander)
  • General Motors hatte mal eine Finanzsparte, namens GMAC. Nun haben sie nur noch eine einfache Bank. Der Weg für weitere Rettungshilfen durch den Staat ist nun frei, einmal für General Motors direkt und einmal für GMAC.