Die Chronik der Finanzkrise 2007 - 2008 - 2009

Die Krise erreicht die Kinder und Bad Bank, Januar 2009:

  • Die österreichische Privatbank Medici steht vor dem Aus. Schuld ist das Schneeballsystem des Amerikaner Bernard Madoff. Es entsteht ein Schaden von über 2 Milliarden Euro, nun steht eine Verstaatlichung bevor.
  • Immer mehr Firmen stehen vor einer Refinanzierung und damit auch vor dem Aus. Aufgrund des Misstrauens der Banken ist es immer schwieriger neue Kredite zur Refinanzierung zu erhalten. Der weltweit drittgrößte Chemiekonzern LyondellBasell (USA) erwägt jetzt in die Insolvenz zu gehen. Ohne Refinanzierung der Kredite ist das die einzige Möglichkeit die noch bleibt. Auch der britische Konkurrent Ineos steht vor massiven Problemen; das Aus droht.
  • Nach der amerikanischen Automobilbranche jetzt die amerikanische Stahlbranche. Die amerikanische Stahlbranche schreit nach dem Staat. Der künftige US-Präsident Obama soll bis zu 1 Billionen $ (1000 Milliarden) locker machen; für ein Infrastrukturpaket das der Stahlbranche das Überleben sichert. Die Schulden der Amerikaner sind bald umfangreicher als die unendlichen Weiten des Universums.
  • Adolf Merckle ist tot. Adolf Merckle hat sich für den Freitot entschieden. Wegen seiner VW Zockerei kam er in Finanzschwierigkeiten und musste sich refinanzieren. Die Banken bestanden aber darauf, das er sein Firmen Imperium aufgibt. Ratiopharm muss verkauft werden, damit Adolf Merckle zu neuen Krediten kommt. Typische Banker Logik: Wenn du einen Kredit benötigst, musst du mehr Geld an Barreserven, als Sicherheiten, haben, das war zuviel für Adolf Merckle. Wozu braucht man dann noch einen Kredit? Die Banker leugnen eine Kreditklemme, aber wo die Wahrheit liegt sieht man hier! Banker und Manager drängen Menschen in den Ruin und in den Tod.
  • Über 300.000 Arbeitnehmer wurden, mittlerweile, für die Kurzarbeit angemeldet, vor einem Jahr waren es keine 20.000. Saisonbedigt kommen noch ca. 100.000 Kurzarbeiter dazu.
  • Little Madoff, Joseph Forte, Amerikaner, hat seine Kunden auch beschissen. Der Anlagebetrüger aus Philadelphia hat ca. 80 Investoren um ca. 50 Millionen Dollar beschissen. The American Way of Life.
  • Der deutsche Traditions - Porzellanhersteller Rosenthal ist pleite, grund ist die Zahlungsunfähigkeit des irisch-britischen Mutterkonzerns Waterford Wedgwood, die bekamen keinen Kredit mehr, weil eine Bürgschaft der irischen Regierung nicht zu bekommen war und somit auch keine Bankkredite. Und wieder sind tausende Jobs bedroht.
  • Der weltweit drittgrößte Chemiekonzern LyondellBasell (USA) ist unter Gläubigerschutz (Chapter 11). Um zu retten, was vielleicht noch zu retten ist, haben die Gläubiger weitere Finanzmittel in Höhe von 3,25 Milliarden $ in das Unternehmen gepumpt.
  • Die Commerzbank mal wieder. Die Bundesregierung steigt massiv in das Unternehmen ein. Mittlerweile sind 25% Staatseigentum, zwei Leute werden in den Aufsichtsrat entsendet. Was solche Leute leisten, wissen wir spätestens seit der KfW Katastrophe. Insgesamt werden rund 18 Milliarden Euro zusätzlich in das Unternehmen gepumpt.
  • Im Januar wurde bekannt, dass Die Kreditvergabe von Oktober auf November um 25% einbrach. Doch die Banken behaupten immer noch, dass es keine Kreditklemme gibt.
  • Neues Konjunkturpaket in Deutschland; die von den Banken ausgesähte Weltwirtschaftskrise macht es nötig! Der Umfang des zweiten Konjunkturpaketes beträgt satte 50 Milliarden Euro, die neue Staatsverschuldung wird damit auf über 1 Billionen Euro anwachsen. Für die Zukunft und für unsere Kinder wird damit kaum noch Geld übrig bleiben. Für ein altes Auto, welches man verschrottet bekommt man 2500 Euro, für ein Kind, welches man (NEIN, nicht verschrottet) grosszieht, bekommt man 100 Euro. Merkwürdige Wertschätzung!
  • Die Deutschen Bank bereitet ihre Verstaatlichung vor, natürlich mit verdeckten Karten, die Öffentlichkeit soll schliesslich nichts davon bemerken. Ursprünglich wollte die Deutsche Bank die Postbank übernehmen, zuerst mit 29,75% und 57,25 Euro pro Aktie. Nun will man mit Aktien bezahlen, no Money, no Cash. Die Postbank gehört aber der Deutschen Post und diese gehört, grösstenteils, dem Staat. Über diesen Umweg will Josef Ackermann die Deutsche Bank verstaatlichen und an den Rettungsfond kommen. JA, der Josef Ackermann, der vor kurzem noch sagte: 'Ich bin Purist, ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden'!!!
  • Und wieder die Deutschen Bank, es ist Quartalssaison. Die Deutschen Bank gibt für das vierte Quartal 2008 einen Rekordverlust von fast 5 Milliarden Euro bekannt. Die Eigenkapitalquote beträgt weniger als 2%! Zum Vergleich: Die Commerzbank hat nach ihrer Rettungsaktion ca. 10% Eigenkapitalquote. Einen Tag später erleidet Josef Ackermann einen Kreislaufkollaps.
  • Die Deutschen Bank ist de facto Verstaatlicht. Die Übernahme der Postbank wird, endgültig, über einen Aktientausch abgewickelt. Da die Postbank, über die deutsche Post, zum grossen Teil dem Staat gehört, ist der deutsche Staat nun direkt an der Deutschen Bank beteiligt, mit ca. 3%.
  • In Lettland droht der Bürgerkrieg. Mehr als 10.000 Menschen fordern in Riga die Auflösung des Parlamentes. Die Inflation liegt im zweistelligen Reich und das Land steckt tief in der Rezession.
  • Der Internet High Flyer Nortel ist Pleite. Nortel war früher der groesste Telekomausrüster und gibt sich nun unter Gläubigerschutz. Mit über 6 Milliarden $ Schulden konnte man die Zinsen nicht mehr bezahlen.
  • In Australien sind viele Kindergarten ein Wirtschaftliches Unternehmen. ABC Learning heisst das australische Unternehmen, welches diese Kindergarten betreibt. Nun ist ABC Learning Pleite. Eddy Groves, der Gründer, hatte das Unternehmen auf Schulden und Kredite aufgebaut. 2200 Kindergarten werden jetzt geschlossen, Tausende Kinder haben keinen Kindergarten mehr, ihre Eltern müssen ihre Jobs aufgeben, um ihre Kinder zu betreuen. Die Finanzkrise hat endgültig auch unsere Kinder erreicht.
  • Die Bank of America droht der US amerikanischen Regierung, man braucht mehr Geld, sonst scheitert die Übernahme von Merrill Lynch. Die, mittlerweile, grösste Bank der USA bekommt, prompt, weitere 20 Milliarden $ an Cash und bis zu 118 Milliarden $ an Garantien. Peanuts für das Land der Schulden. Wie sagte George W. Bush noch? 'unser Finanzsystem ist stark'. Ja, Stark gegen die Wand gefahren!
  • Mal wieder eine Bank Pleite, in Irland wird die Anglo Irish Bank komplett verstaatlicht, immerhin die drittgrösste Bank in Irland. Es waren Einlagen in Höhe von 80 Milliarden Euro in Gefahr. Für die Nummer 1 und Nummer 2, Bank of Ireland und Allied Irish Banks, sind Kapital Einlagen geplant.
  • Die Royal Bank of Scotland hat einen neuen Rekord aufgestellt. Die neue Verlustrekord Summe beträgt über 25 Milliarden Pfund. Nun steht eine Komplettverstaatlichung bevor.
  • In Grossbritannien wird ein neues Rettungspaket nötig. Nachdem das erste Rettungspaket, mit 37 Milliarden Pfund, wirkungslos blieb, werden nun nochmals 50 Milliarden Pfund zur Verfügung gestellt.
  • Auch Dänemark plant ein zweites Rettungspaket, der Umfang liegt bei hundert Milliarden Kronen, mehr als doppelt so viel, wie beim ersten Rettungspaket.
  • Der Schrei nach einer Bad Bank wird immer lauter. An diese Bad Bank sollen Banken alle ihre wertlosen Schrottpapiere verkaufen; natürlich gegen Steuergeldern. Wir reden hier über Steuergelder in Höhe von bis zu 600 Milliarden Euro. Wenn man's genau nimmt: Wir haben doch jede Menge BAD BANKEN, was wir brauchen ist wenigstens eine Good Bank.
  • Der Weltgrösste Chiphersteller Intel vermeldet einen Gewinnrückgang um 90%. Natürlich werden auch hier wieder Tausende Arbeitsstellen gestrichen.
  • Nach nur 3 Monaten geht der Chef des Sonderfonds Finanzmarktstabilität Soffin. Günther Merl hat keinen Bock mehr zwischen den Streithähnen Banken und Regierung zu stehen. Ein Sündenbock, der keiner ist.
  • notleidende Banken ist das Unwort des Jahres und das hat Bedeutung. Das Unwort des Jahres stellt Ursachen und Folgen auf den Kopf oder steht gegen die Menschliche Würde. Oh, ihr lieben Banker. Banker sind jetzt die offiziellen Sündenböcke der Finanzkrise und der Wirtschaftskrise.
  • Mal wieder Bayern und ihre Hypo Real Estate. Wen wundert es, aber die Bank braucht weitere 12 Milliarden Euro an Bürgschaften. Weitere Milliarden Löcher werden wohl folgen und eine komplette Verstaatlichung ist in Diskussion.
  • Auch Saudi Arabien kommt immer schwerer in die Krise. Der Chemieriese Sabic verbucht einen Gewinnrückgang von mehr als 95 %, aber wenigstens noch einen Gewinn.
  • Im vierten Quartal verbucht China ein Wirtschaftswachtum von 6,8 %, vor einem Jahr lag es noch bei 13 %. Bei der Bevölkerungsdichte und Armut ein dramatischer Einbruch von 50 %.
  • John Thain, Manager von Merrill Lynch wird gefeuert. Der neue Besitzer von Merrill Lynch, Bank of America, hat die Schnauze voll. Mitten in der Finanzkrise hatte John Thain sein Büro für 1,2 Millionen $ mit Luxus ausgestattet, gleichzeitig machte die Bank Milliarden $ an Verlusten und feuerte Tausende Arbeitnehmer. Und da fragen sich die Banker und Manager warum sie die neue Achse des Bösen sind.
  • Die WestLB will sich aufspalten. Man will eine eigene Bad Bank gründen, in der dann bis zu 80 Milliarden an Schrott ausgelagert werden soll. Da kann man mal sehen, wie gross der Schrott der Banken immer noch ist.
  • Die Banken fordern ein neues Rettungspaket, das alte ist viel zu klein. Es werden weitere Hunderte Milliarden Euro an Abschreibungen befürchtet.
  • Die BayernLB erwartet einen Verlust von 5 Milliarden Euro im Jahr 2008. Im Oktober hatten die Manager noch einen Verlust von 3 Milliarden Euro ausgerechnet. Diese Manager Genies haben den absoluten Durchblick.
  • Südkorea: Der Industriegigant Samsung Electronics hat erstmals in seiner Geschichte einen Nettoverlust vermeldet. Im vierten Quartal 2008 betrug der Verlust 940 Milliarden Won, ein Jahr zuvor war es noch ein Gewinn von 1,78 Billionen Won.
  • Japan: Auch Sony erwartet einen Verlust, erstmals seit 14 Jahren. Im aktuellen Geschäftsjahr erwartet man einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro, im Jahr zuvor waren es noch 3,2 Milliarden Euro Gewinn.
  • Qimonda ist Pleite. Anfang Dezember hatten die Super Manager noch ausgerechnet, das man 325 Millionen Euro zur Rettung braucht. Nun benötigt man weitere 300 Millionen Euro, was für Bilanzgenies. Da das alte Rettungspaket nicht ausreiche, meldete man halt Insolvenz an. 12.000 Mitarbeiter stehen vor ihrem privaten Ruin. Die Mutter Infineon muss Rückstellungen im dreistelligen Millionen Betrag bilden. Dresden / Sachsen ist am meisten betroffen.
  • Auch der amerikanische Chipkonzern AMD schreibt tiefrote Zahlen, es sind ca. 1,4 Milliarden $. AMD schaffte es sogar mehr Verlust als Umsatz zu machen; der Umsatz lag bei 1,2 Milliarden $. Der Industriestandort Dresden / Sachsen steht nach dem Aus von Qimonda nun endgültig vor einer ungewissen Zukunft.
  • Neues aus Island. Wegen der Finanzkrise will die Regierung zurücktreten und im Mai Neuwahlen ansetzen. In Island herrschen, nach der Pleite des Staates, massive Unruhen, Bürgerkriegsähnliche Zustände. Nach dem Bankenkollaps gibt es in Island Massenarbeitslosigkeit und immer mehr Verarmung.
  • Der größte Industriekonzern der Welt General Electric erleidet einen Gewinneinbruch von fast 50 %, allein im vierten Quartal 2008!
  • Der amerikanische Hypothekenfinanzierer Freddie Mac braucht mal wieder Geld um dem Ruin zu entgehen. Bis zu 35 Milliarden $ sollen es, bitte schön, sein. Die Regierung der USA beabsichtigt nun ihr Banken Rettungspaket auf über 1 Billionen $ aufzustocken, das Gleiche noch mal für das Konjunkturpaket. Was sind das nur für Summen und wie vielen Hilfsbedürftigen könnte man damit helfen?
  • Banker und Manager heben ihren eigenen Charakter, das zeigt sich jetzt wieder bei Richard Fuld, Ex Manager von Lehman Brothers. Damit kener an sein Geld und Besitz kommt hat er mal eben seine 13 Millionen $ Villa für 100 $ an seine Frau verkauft.
  • Die niederländische ING bekommt immer mehr Probleme, nun muss der Staat wieder eingreifen. Die Risiken für 22 Milliarden Euro darf nun der Staat tragen.
  • Der amerikanische Industrieriese Caterpillar streicht 20.000 Arbeitsplätze. Dies ist nur ein Beispiel wie es zur Zeit auf den Arbeitsmärkten aussieht. Die verlorenen Arbeitsplätze, weltweit, kann man gar nicht mehr zählen.
  • Neues von Fannie Mae, man braucht dringend Geld; was auch sonst. Man braucht bis zu 16 Milliarden $, ansonsten kann man das Geschäft einstellen.
  • Airbus, Tochter der EADS steckt in der Kreditklemme, besser ihre Kunden. Damit die Airbus Kunden Flugzeuge kaufen können gibt es jetzt eine fette Bürgschaft von Deutschland und Frankreich. Also, fette Kredite aufnehmen und Flugzeuge kaufen, der Staat bürgt ja jetzt. Offiziell gibt es aber immer noch keine Kreditklemme, verstehe wer will...
  • Japan pumpt 17 Milliarden $ in den Markt. Natürlich wegen der Kreditklemme. Mit dem Geld sollen kleine und mittlere Unternehmen wieder an Geld kommen. Ja, wie jetzt, haben wir nun eine Kreditklemme? Die Banken behaupten doch...... wen interessiert das noch.
  • Das zweite Konjunkturpaket in Deutschland ist, endgültig beschlossen. Ein Kind ist 100 Euro Wert, ein 9 Jahre altes Auto 2500 Euro. Der Eingangssteuersatz wird gesenkt und der Grundfreibetrag erhöht. Sogar die KFZ Steuerreform ist durch und 17,3 Milliarden Euro sollen investiert werden. Für die Kreditversorgung gibt es ein Bürgschaftsvolumen von 100 Milliarden Euro. Schon wieder die nicht existierende Kreditklemme und wieder sagen die Banken es gibt keine.
  • In Island geht es zu, wie bei einem Puppentheater. Die Regerung ist zusammengebrochen, wollte sie doch bis Mai warten. Es ist auf niemanden und nichts mehr Verlass. Islands Sozialdemokraten sollen jetzt mit den oppositionellen Linken/Grünen eine neue Regierung bilden.
  • American Express macht fast 80% weniger Gewinn, aber das sind heute ja nur noch Randnotizen.
  • Einer sagt was Sache ist. Franz Müntefering, SPD äussert seine Meinung zu Bankmanagern. Zitat: 'Halbstarke, Pyromanen und Gangster'. Oder: 'das Verhalten einiger Wirtschaftsführer eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland' ist.
  • Obamas Konjunkturprogramm wird bewilligt. Es sind über 800 Milliarden Dollar, einfach nur noch Peanuts. Milliarden, Billionen, was soll das? Wir brauchen Trillionen! Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung des Senats.
  • Amerika gab bekannt, dass 2008 2,6 Millionen Arbeitsstellen verloren gingen. Nicht schlecht Herr Bush.
  • In den USA gehen die Bankenpleiten weiter. Zum Monatsende hat es die Suburban Federal Savings Bank aus Maryland, die Ocala National Bank aus Florida und die Magnet Bank aus Utah erwischt.