Die Chronik der Finanzkrise 2007 - 2008 - 2009

Protektionismus , Februar 2009:

  • Die Heuschrecken schlagen wieder zu. Diesmal hat es das deutsche Traditionsunternehmen Märklin erwischt. Die britische Private Equity Gruppe, Kingsbridge Capital hatte Märklin im Mai 2006 übernommen, natürlich mit Schulden. Diese Schulden wurden Märklin aufgebürgt. Nun ist eine Refinanzierung der Kredite nötig, doch hoppla wir haben ja eine Kreditklemme und keine neuen Kredite bedeuten das Aus for Märklin.
  • Und wieder ein Autozulieferer pleite, sind ja noch nicht genug. Edscha ist zahlungsunfähig und meldet Insolvenz an, Grund ist u.a. die Kreditklemme, die ja offiziell immer noch bestritten wird. Das 140 Jahre alte Unternehmen war auf das herstellen von Dachsystemen spezialisiert. Damit das kein Desaster für die Automobilhersteller wird, überprüfen jetzt BMW und Audi eine finanzielle Unterstützung, auch die Regierung ist im Gespräch (wie immer...)
  • Neues vom Spocht: Auch der Sport spürt wieder mal die Finanzkrise. Diesmal ist es die Rallye Paris-Dakar und der japanische Autohersteller Mitsubishi. Die haben nähmlich kein Geld und steigen aus. Der Sport - die schönste Nebensache der Welt, im wahrsten Sinn des Wortes.
  • Die Deutsche Bank präsentiert ihr Jahresergebnis. Oh wunderbarer Josef Ackermann, es gab horrende Verluste. Der Jahresverlust 2008 belief sich auf minus 5,7 Milliarden Euro (vor Steuern), es ist der erste Verlust seit dem 2ten Weltkrieg. Aber noch viel schlimmer ist die Eigenkapitalquote, die liegt bei unter 1,7%. Stellt euch mal vor, ihr wollt ein Haus im Wert von 100.000 Euro kaufen und euer Eigenkapital liegt bei 1.700 Euro. Welche Bank würde euch wohl einen Kredit genehmigen? KEINE! Und wer soll der Deutschen Bank noch Kredit genehmigen? Der Staat, aber wir werden sehen wie lange sich Josef Ackermann noch weigert.
  • Neue Arbeitsmarktdaten aus der USA. Im Januar wurden satte 598.000 Jobs gestrichen, Au Backe, viele Jobs bleiben nicht mehr übrig.
  • In den USA einigt man sich auf das grosse Konjunkturpaket. Es werden 'nur' 780 Milliarden $, die Republikaner hätten am liebsten alles geblockt. Das haben wir gerne, erst Millionen in die Arbeitslosigkeit schicken und dann die Hilfe verweigern. Dieses Programm ist voll dem Protektionismus verschrieben, unter dem Motto Buy America werden nur amerikanische Produkte, wie Erz und Stahl, angenommen.
  • Noch ein deutsches Traditionsunternehmen ist Pleite. Schiesser, der Hersteller von Unterwäsche, hat Insolvenz angemeldet. Trotz positiven Geschäftsentwicklung gaben die Mehrheitsaktionäre Hesta, Schweiz, dem Unternehmen keine Kredite zur Anschlussfinanzierung.
  • Bei Schaeffler wird die Lage immer dramatischer. Das Unternehmen hat sich an der Übernahme der Continental übernommen, deren Aktien wurden zu ~70 Euro erworben, natürlich mit Kredit. Jetzt sind die Aktien keine 20 Euro mehr wert und die Kredite müssen refinanziert werden. Aber wir haben doch eine Kreditklemme, ihr Dummen. Helfen soll nun der Staat, wie immer.
  • In Russland ist die Zahl der Arbeitslosen, in den letzten Monaten, um über 1 Millionen gestiegen. Grosse Bevölkerung, grosse Probleme.
  • Die Wirtschaftskrise in China hat mittlerweile rund 20 Millionen Menschen den Job gekostet, gerechnet hat man nur mit der Hälfte. Ganz grosse Bevölkerung, ganz grosse Probleme.
  • Frankreich und der Protektionismus. Das französische Hilfspaket für die Automobilbranche ist nur für französische Autohersteller, die auf französischen Boden produzieren, gedacht. Der Protektionismus greift immer mehr um sich, nach Irland im Oktober mit seinem Bankenrettungspaket und dem Amerikanern sowieso.
  • Sondergipfel der EU. Ende Februar gibt es einen Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs; Thema: Protektionismus. Die EU steht vor ihrer nächsten Zerreissprobe.
  • In Island dampft die Kacke. Der Isländische Präsident, Olafur Ragnar Grimsson, plant den Protektionismus im ganz eigenen Stil. Ausländische Anleger sollen keine Entschädigung erhalten, wichtig sind nur die Isländer. Schuld an der ganzen Krise seien ja die europäischen Banken und nicht Island. Mamma Mia das ist ja Politik, wie vor dem zweiten Weltkrieg. Noch ist es nur der Präsident; die Isländische Regierung steht noch zu ihrer Verantwortung.
  • Lange kein Geld mehr für die Hypo Real Estate? Denkste, die 'Bad Bank' bekommt schon wieder, weitere, 10 Milliarden Euro Staatsgarantien. Die gesamten Staatshilfen belaufen sich auf mittlerweile 102 Milliarden Euro. Der Wert der Bank beträgt ca. 270 Millionen Euro, die Bilanzsumme dagegen 400 Milliarden Euro. Na, da kann der Staat und Steuerzahler ja noch 300 Milliarden Euro locker machen.
  • Den wahren Charakter der Banker solltet ihr mittlerweile kennen. Nein? Dann habe ich noch folgendes: Die Banker der Dresdner Kleinwort fordern 400 Millionen Euro Bonuszahlungen für tolle Leistungen. Notfalls will man gerichtlich dafür streiten. Das sie Millionen Menschen, weltweit, ruiniert haben, interressiert sie nicht die Bohne. Heiliges Blechle! Der Staat unterstützt mit unseren Steuergeldern nicht die Rettung der Banken, sondern die Bonuszahlungen für Banker.
  • Das FBI, Bundespolizei der USA, hat seine Ermittlungen wegen Finanzbetrug ausgeweitet. Man gab bekannt, das die Zahl der Untersuchungen in die Hunderte gehen könnte und auch namhafte Firmen betreffe. Leute, guckt euch mal an, wer alles Bonuszahlungen erhalten hat.
  • Immer mehr Länder aus Osteuropa geraten immer mehr in den Schlamassel, Aggressive Währungsspekulanten ruinieren deren Währungen. Serbien, z.B. rutsch immer tiefer in die Pleite. Der Internationalen Währungsfonds (IWF) muss weitere Kredite zur Verfügung stellen, ansonsten gibt es hier wieder eine Staatspleite.
  • Frankreich verteidigt seinen Protektionismus und wirft nun Deutschland vor das Gleiche mit ihrer Verschrottungsprämie zu tun. Das die Deutschen aber die freie Wahl haben und hauptsäschlich ausländische Billig-Autos kaufen, allen voran Dacia, eine Tochter der französischen Renault Gruppe, wird von den Franzosen schlichtweg ignoriert. So zeigt sich die wahre Arroganz und Ignoranz der Franzosen und so sind sie, die Franzosen. Und so will man die Krise bekämpfen... ohne Worte!
  • Irland, Portugal, Spanien und Griechenland müssen immer höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen zahlen. Diese Anleihen müssen sie verkaufen, um an Geld zu kommen, doch kaum einer will deren Staatsanleihen haben; es fehlt an Vertrauen zu diesen Staaten. Griechenland musste für seine Staatsanleihen durchschnittlich 5,7% zahlen, in Deutschland lag der Durchschnitt bei 3,2%. Kaum ein Land kann sich so etwas auf Dauer leisten. Die EU droht auseinander zu fallen.
  • Obamas Konjunkturprogramm ist entgültig durch. Der Senat stimmte knapp dafür, gegen den Willen der Republikaner, die wollen keine Rettung.
  • Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank kommt ohne Staatshilfe nicht mehr aus. Der deutsche Rettungsfond SoFFin pumpt 525 Millionen Euro als stille Einlage in die Bank und gleichzeitig gibt es bis zu vier Milliarden Euro Garantien.
  • Die weltweite Rezession hat besonders Japan ans Bein gepinkelt. Das Bruttoinlandsprodukt sang in den letzten drei Monaten 2008 um 3,3%. Im Euroraum waren es 1,5%, in Deutschland ca. 2% und in der USA 1%, alles Vergleichswerte zum letzten Quartal 2007. Im Vergleich zum 3 Quartal 2008 sank die Bruttoinlandsprodukt um fast 13% !
  • Der amerikanische Kapitalismus zeigt, einmal mehr, sein wahres Gesicht. Nach Madoff nun der texanischen Milliardärs Robert Stanford, der hatte 10% sichere Rendite versprochen. Und wieder war es ein Schneeballsystem. Der Betrüger ist untergetaucht und wird vom FBI gesucht. Alle seine Konten wurden gesperrt und keiner kommt an sein Geld. Es geht hier um 8 Milliarden $.
  • Der nächste Gang nach Canossa. Diesmal ist es die VW Financial Services AG und die Volkswagen-Bank, Finanztochter des Wolfsburger Volkswagenkonzern. Die SoFFin stellt Liquiditätsgarantien in Höhe von 2 Milliarden Euro zur Verfügung, damit soll die Kreditversorgung der Händler und Endkunden gesichert sein. Weitere Autobanken sind Anwärter auf Staatshilfen: GMAC, Tochter von General Motors, sowie die Autobanken von Mercedes und BMW.
  • Die Flitzpiepe, der Milliardenbetrüger Robert Stanford, wurde am 19.Februar in Virginia gefunden. War ja nur ne kurze Flucht.
  • Saab, die schwedische Tochter des amerikanischen Automobilbauers General Motors, meldet Insolvenz an. Keiner will sie, weder General Motors noch die schwedische Regierung, die will sie aber eigenständig und hofft jetzt Saab über die Insolvenz von General Motors zu lösen.
  • Die nächste Regierung ist der Wirtschaftskrise zum Opfer gefallen: Lettland. Eine tiefe Rezession und massive Arbeitslosigkeit führten zu Bürgerkriegsartigen Bewegungen in Lettland. Nun ist der lettische Regierungschef Ivars Godmanis zurückgetreten.
  • Volkswagen meldet Kurzarbeit an. Es ist das erste Mal seit über 25 Jahren!
  • Nix neues von der Landesbank HSH Nordbank, sie steht mal wieder vor der Pleite und braucht... natürlich unser Geld. 13 Milliarden Euro sind nötig um die Bank am Leben zu halten, 3 Milliarden frisches Kapital und 10 Milliarden an staatlichen Garantien. Bezahlt wird das von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein. Für Schleswig-Holstein könnte es selber schwer werden nicht Pleite zu gehen.
  • Die Formel 1 kommt immer mehr in Finanzschwierigkeiten. Nun ist der dritte Sponsor aus der Finanzbranche ausgestiegen, erwischt hat es das Williams-Team mit Nico Rosberg, deren Hauptsponsor Royal Bank of Scotland steigt 2010 aus. Zuvor waren bereits BMW und Renault betroffen, deren Sponsoren Credit Suisse und Ing hatten sich ebenfalls verabschiedet.
  • Bankermoral, man kennt sie mittlerweile. Der neueste Hammer kommt von der Hypo Real Estate, deren Ex-Konzernchef Georg Funke und Ex-Finanzvorstand Markus Fell klagen vor Gericht. Sie klagen gegen ihre fristlosen Kündigungen und wollen ihre Arbeitsverhältnisse weiter laufen lassen. Desweiteren wollen sie auch ihre Millionen Gehälter weiter beziehen, bis zum September 2013, dann ist der, gekündigte, Vertrag abgelaufen.Banker tun wirklich alles um der Buhmann der Nation zu sein, Skrupellos und Gewissenlos.
  • Der größte US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae meldet ein Jahresverlust für 2008 von fast 60 Milliarden $. Willkommen im Klub der Megalooser.
  • Die, ehemals, grösste Bank der Welt, Citigroup, wird immer mehr Verstaatlicht. Die US-Regierung erhöht ihren Anteil auf 36%, ein Ende ist nicht in Sicht.
  • In Japan kennt man Moral: Der Sony Präsident tritt zurück, weil sein Unternehmen einen Rekordverlust meldet. Das Elektronik Unternehmen muss wohl einen Verlust von ~150 Milliarden Yen hinnehmen. Wer in Japan schlechte Ergebnisse erwirtschaftet, der zieht die Konsequenzen. Westliche Banker kenne keine Konsequenzen