Die Chronik der Finanzkrise 2007 - 2008 - 2009

Aufstand der Bürger, April 2009:

  • Volksfest für Demonstranten. Direkt am Monatsanfang findet ein Treffen der G20 in London statt. Es handelt sich nicht um ein Treffen der Gierigsten 20; sondern um die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer.
  • Der deutsche Maschinenbau erleidet einer Rückgang im Februar von 49% zum Vorjahresniveau. Dies ist der grösste Rückgang seit Beginn der Statistik.
  • In London treffen sich Tausende Demonstranten um im Finanzviertel zu demonstrieren. Wie zu erwarten war gibt es jede Menge Vermummte und Randalierer. Banker wurden, im Vorfeld, aufgefordert nicht im Anzug zur Arbeit zu gehen, ansonsten sei ihr Leben in Gefahr. Ein absolutes Pulverfass.
  • Bei den Demonstrationen in London wird die Filiale der Royal Bank of Scotland gestürmt und verwüstet.
  • In Griechenland geht nichts mehr. Hundert Tausende legen den öffentlichen Dienst lahm, sie protestieren gegen die Sparpolitik der Regierung; sie wissen wohl nicht, dass Griechenland auch kurz vor der Pleite liegt. Alle Behörden und die staatlichen Schulen blieben einen Tag geschlossen, der Verkehr war nahezu lahmgelegt und Flüge wurden abgesagt.
  • Mal wieder eine x-Punkte Vereinbarung. Diesmal hat die G20 eine 6 Punkte Kernvereinbarung beschlossen:
    • 1.: Der IWF (Internationaler Währungsfond) wird gestärkt. Er bekommt 1 Billion $ (1.000.000.000.000) mehr an Mittel um anderen, armen, Ländern zu helfen. Die Weltbank bekommt zusätzlich 100 Milliarden $.
    • 2.: Bis Ende 2010 sollen 5 Billionen $ (5.000.000.000.000) zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise von den Ländern bereitgestellt werden, unter Einbeziehung der geplanten und schon begonnenen Pakete. Weitere Konjunkturbekämpfung wird es, erstmal, nicht geben, es soll die Wirkung der bereits beschlossenen Pakete ab gewartet werden.
    • 3.: Steuerparadiese werden geächtet. Unkooperative Länder kommen auf eine schwarze Liste und werden mit Sanktionen belegt. Länder mit leeren Versprechen kommen auf eine graue Liste. Das Ende des Bankgeheimnisses.
    • 4.: Managern geht es an den Kragen. Bonuszahlungen werden gedeckelt und müssen langfristig orientiert sein.
    • 5.: Der Finanzmarkt wird überwacht. Markt und Personen sollen überwacht werden. Dazu gehören z.B.: Hedgefonds und Ratingagenturen.
    • 6.: Desweiteren verpflichten sich die Staaten zu einem nachhaltigen Schuldenabbau.

    Da haben Großbritannien und die USA aber ordentlich eine reingewürgt bekommen, ihre Politik der freien Finanzmärkte und des Kapitalismus neigt sich dem Ende. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die USA immer weniger zu sagen hat. Dazu zählt auch, dass die USA im IWF weniger zu sagen hat.

  • Der Bundesrat hat das Enteignungsgesetz gebilligt, jetzt fehlt nur noch die Unterschrift des Bundespräsidenten. Back to the roots, wir können wieder enteignen.
  • In der Ukraine fordern Zehntausende Menschen den Kopf der Regierung. Die Ukrainische Wirtschaft ist um fast 30% eingebrochen, ein dramatischer Einbruch.
  • Die schwarze Liste der G20 zeigt jetzt schon ihre Wirkung.Alle vier Staaten der schwarzen Liste versprechen Kooperation. Betroffen sind folgende Staaten: Costa Rica, Malaysia, die Philippinen und Uruguay.
  • Die Stahlbranche befindet sich schwer in der Krise. Die Stahlproduktion ist im März um fast 50% zum Vorjahres Monat eingebrochen, noch so ein Jahr und wir produzieren gar kein Stahl mehr. Die Stahlproduktion ist nun wieder auf einem Niveau der 50er Jahre.
  • Horst Köhler hat das Enteignungsgesetz unterschrieben. Mal sehen, wann die Aktionäre der Hypo Real Estate enteignet werden.
  • In Irland gehen die Lichter aus. Das Land hat kein Geld mehr für Konjunkturpakete und verfällt in die Politik der Weimarer Republik, es gibt drastische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen. Durch höhere Steuern sollen 1,8 Milliarden Euro eingenommen werden und durch Ausgabenkürzungen sollen 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Leute, in der Armut, müssen jetzt 7 Euro pro Woche zahlen, die Kapitalertragssteuer wird sofort erhöht und der öffentlichen Dienst muss, dauerhaft, Lohneinbußen hinnehmen. Weitere Maßnahmen sind geplant. Ältere Deutsche wissen was das bewirkt.
  • Das Traditionsunternehmen Karmann ist zahlungsunfähig. Und wieder trifft es einem Automobilzulieferer, schon über 20 Firmen seit Beginn der Krise.
  • Mit Wells Fargo liefert die erste Grossbank der USA ihre Quartalszahlen ab. Es ist ein milliardenschwerer Rekordgewinn von 3 Milliarden $, geänderte Bilanzierungsregeln machen es möglich. Ab sofort werden Verlustposten nicht mehr abgeschrieben, sondern zu Phantasiewerten verbucht. Nachtigall ick hör dir trapsen.
  • Zur Abwechslung mal wieder zwei Bankpleiten aus der USA. Die Cape Fear Bank, US-Bundesstaat North Carolina und die New Frontier Bank aus dem US-Bundesstaat Colorado sind Pleite und wurden vom staatlichen Einlagensicherung FDIC geschlossen. Es sind die Pleitenummer 22 und 23 in diesem Jahr.
  • Ähnlich wie Wells Fargo liefert auch Goldman Sachs Spitzenzahlen, einen Gewinn von 1,7 Milliarden $. Und auch hier werden Verlustposten mit Phantasiewerten verbucht. Wehe, wenn diese Posten mal zum Realwert verkauft werden müssen. Aber Goldman Sachs geht noch weiter: Der Dezember 2008, mit über 1 Milliarde $ Verlust taucht in keiner Bilanz auf, man hat einfach das Geschäftsjahr umgestellt und richtet sich jetzt nach dem Kalenderjahr. Nachtigall ick hör dir trapsen.
  • Woolworth Deutschland ist pleite. Die schon angeschlagene Kaufhauskette bekommt die Rezession zu spüren und hat Probleme neue Kredite zu bekommen. 1998 kam die Trennung von der britischen Mutter, die schon im November pleite ging. 11.000 Mitarbeiter stehen vor einer unsicheren Zukunft.
  • In Budapest, Ungarn, kam es zu gewaltsamen Protesten im Parlamentviertel. Die Bürger protestierten gegen die Wahl des bisherigen Wirtschaftsministers Gordon Bajnai zum neuen Ministerpräsidenten. Der ist schliesslich für das wirtschafliche Dilemma des Landes verantwortlich. Die Polizei reagiert mit Tränengas und Knüppelstrafe.
  • Die nächste US amerikanische Bank mit Superzahlen, JP Morgan Chase macht über 2 Milliarden $ Gewinn, netto. Die geänderten Bilianzierungsregeln und die Leichen im Keller werden wieder verschwiegen.
  • Die USA erlebt die größte Immobilienpleite ihrer Geschichte, die Firma General Growth Properties hat Gläubigerschutz beantragt. General Growth betreibt u.a. Einkaufszentren. Das fatale für Deutschland: Viele Banken, darunter die Commerzbank-Tochter Eurohypo, die Deutsche Bank und einige Landesbanken (BayernLB, HeLaBa, WestLB) stehen, mit Milliarden Euros, auf der Gläubigerliste
  • Neues vom CCC, der Credit Card Crash weitet sich immer weiter aus. Immer mehr Amerikaner können ihre Kreditkartenschulden nicht mehr bezahlen. Bei American Express liegt die Ausfallrate im März auf neuem Rekordniveau, 8,8% der Schulden werden nicht mehr zurückbezahlt. Bei Capital One liegt die Negativquote bei 9,3%. 300 Millionen Amerikaner haben über Milliarde Kreditkarten, Schulden werden von einer Karte auf die nächste umgeschichtet.
  • Der Finanzchef von Freddie Mac, David Kellermann ist tot, seinen Job machte er erst seit September 2008, vorher war er Vizepräsident bei Freddie Mac. Insgesamt war er über 16 Jahre bei Freddie Mac,tätig. Laut Medienberichten war die Totesursache Selbstmord. Wieder einer übernimmt Verantwortung auf japanische Art. Somit zeigen die Ermittlungen des FBI's erste Erfolge.
  • Super-Gau für die deutsche Wirtschaft. Der IWF (Internationale Währungsfonds) und die großen deutschen Wirtschaftsinstitute sehen in ihren Konjunkturprognosen einen Wirtschaftseinbruch von bis zu 6%. Rekord seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren. Das heisst dramatische Steuer Mindereinnahmen und eine dramatische Neuverschuldung. Desweiteren darf man mit einer Millionen neuer Arbeitslosen in den nächsten 12 - 18 Monaten rechnen.
  • Spanien im Sumpf der Arbeitslosigkeit. In Europas Hauptstadt der Arbeitslosen gibt es über 4 Millionen Arbeitslose, das entspricht einer Rekord Quote von satten 17,4 %, der EU Durchschnitt liegt, zur Zeit, bei 7,9%. 17,4 % Arbeitslose, was für eine Hausnummer!
  • Detroit Rock City am Arsch. Der USA Automobilbauer Chrysler hat Insolvenz angemeldet, um seine Schulden loszuwerden. Dumm für alle Gläubiger..... denkste, die meisten Gläubiger sind Hedgefonds und Heuschrecken, die schrecken nicht mal vor Heu zurück. Na um die braucht es einem wirklich nicht leid tun. Das Unternehmen soll nun umstrukturiert werden und an Fiat (Italien) und den Gewerkschaften gehen. Fiat, selbst fast pleite, braucht nun Milliarden, die es durch eine Übernahme von Opel erhofft zu bekommen; hier winken Milliarden vom deutschen Staate, der dafür wohl Massenentlassungen bekäme.
  • Natürlich auch die Deutsche Bank. Bankchef Ackermann präsentiert eine Quartalsgewinn von 1,2 Milliarden Euro und einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 22%. Bei dem aktuellen, mickrigen, Eigenkapital kann das ja keiner mehr ernst nehmen. Durch die geänderten Bilanzierungsregeln können die Banken jetzt hohe, gefühlte, Gewinne ausweisen und sich damit fette Bonuszahlungen sichern. Da fängt das ganze Problem wieder von vorne an und keiner sieht hin!