Die Explosion des Zeppelin Hindenburg 1937

Zeppelin explodiert

Bereits 337.000 Kilometer auf 63 Fahrten hatte das Luftschiff LZ 129 'Hindenburg' seit seiner Inbetriebnahme am 19. März 1936 zurückgelegt, bevor das Unglück geschah. Der Stolz der Deutschen begann seine letzte, verhängnisvolle Fahrt am Abend des 3. Mai 1937 vom Luftschiffhafen Rhein-Main in Frankfurt mit 36 Passagieren und 61 Crewmitgliedern an Bord. Ausgelegt für etwa 72 Passagiere war das bis heute größte Luftschiff der Welt glücklicherweise nicht ausgebucht. Am 6. Mai, nach etwa 77 Stunden, erreichte der rund 245 Meter lange und bis zu 240 Tonnen schwere Zeppelin (zum Vergleich: eine Boeing 747 wiegt nur etwa ein Drittel mehr und die 'Titanic' war lediglich 24 Meter länger) den US-amerikanischen Landeplatz Lakehurst. Beim Flug über das nahegelegene New York City begrüßten Schaulustige frenetisch die 'Hindenburg', viele eilten in ihren Autos nach Lakehurst. Aufgrund schlechten Wetters und unvollendeten Landevorbereitungen am Boden, drehte der Zeppelin eine zweite Runde über New York City bevor Kapitän Max Pruss gegen 19 Uhr das Ankermanöver einleitete.
Und dann ging alles ganz schnell: eine Explosion am Heck setzte die mit hochentzündlichem Wasserstoff gefüllte Hülle in Brand und griff binnen Sekunden auf das gesamte Luftschiff über. Entsetzte Schaulustige und Reporter wurden Zeugen dieses Flammen Infernos, zahlreiche Kameras hielten das Unglück in Bildern fest; Aufzeichnungen einer Live-Übertragung im Radio belegen bis heute den Schockzustand, den die Explosion des gigantischen Zeppelins auslöste. Innerhalb einer halben Minute stürzte der Publikumsliebling auf den Boden, das brennende Aluminiumgerippe begrub die Passagiergondel unter sich. 35 Passagiere und Crewmitglieder sowie ein Mann von der Bodenmannschaft kamen dabei ums Leben. Einige Überlebende retteten sich durch einen waghalsigen Sprung aus mehreren Metern Höhe, andere wurden von Helfern aus dem Wrack geborgen. Von den mitgeführten ca. 17.000 Postsendungen, heute beliebte Sammlerstücke, konnten zwei Prozent vor den Flammen bewahrt werden.
Sofort anberaumte, voneinander unabhängige Untersuchungen fanden keine eindeutige Erklärung. Auf Seite der deutschen Regierung war mitunter, in Zeiten des Nationalsozialismus, von Sabotage die Rede. Auf amerikanischer Seite wurden Vermutungen in Richtung defekter Außenhülle und statischer Aufladung geäußert.
Letztlich kann bis heute keine der möglichen Ursachen zweifelsfrei nachgewiesen werden, wahrscheinlich ist aber, dass die Außenhaut Feuer fing und so das Gasgemisch entzündete.