Die Geldvernichtung bei EM.TV 2000 - 2003

An der Börse können Spekulationen und Anlagen zu großen Gwinnen, aber auch zu einer massiven Geldvernichtung führen, was sich nicht erst in der derzeitigen Finanzkrise zeigt. Auch zuvor gab es in Deutschland nicht wenige Aktien, mit denen der Anleger enorme Gewinne, aber auch dramatische Verluste erzielt hat. Diese Aktien waren in der Vergangenheit oftmals am Neuen Markt zu finden und eine dieser Aktien war die EM.TV-Aktie. Die Firma EM.TV und die zugehörige Aktie war zunächst ein Prunkstück des Neuen Marktes, wo der Anleger in kurzer Zeit viele hundert Prozent Rendite erzielen konnte. Nach bestimmten Vorfällen und Fehlinvestitionen drehte sich die Situation allerdings ins Gegenteil, und die EM.TV Aktie brachte vielen Anlegern ganz enorme Kapitalverluste ein. So wurde die Aktie in ebenso kurzer Zeit zu einer gigantischen Geldvernichtungsmaschine.

Die Kursverluste der Aktie und die Schieflage des Unternehmens an sich führten zu einer Beinahe-Pleite der Firma, die so eben noch abgewendet werden konnte. Der Beginn der "Misere" war im Grunde der Punkt als bekannt wurde, dass der Vorstand von EM.TV, Thomas Haffa, ein großes Paket seiner Aktien mit einem enormen Gewinn verkaufte, obwohl er sich nach einer Kapitalerhöhung eigentlich verpflichtet hatte, keine Aktien zu verkaufen. Dadurch verloren Anleger das Vertrauen, zudem übernahm sich EM.TV auch in seinen finanziellen Möglichkeiten, die Ziele waren viel höher gesteckt, als man diese realistischerweise erreichen konnte. Zeitweise kamen vom damaligen Vorstand, den beiden Haffa-Brüdern, Aussagen wie 'EM.TV wird die größte Konkurrenz für Walt Disney etc.'. Im Oktober 2000 musste EM.TV erstmalig seine Zahlen ins Negative korrigieren, da das Unternehmen keinen Überblick mehr über den Wert seiner Beteiligungen hatte. Ein Einbruch des Aktienkurses von knapp 20 Prozent war die Folge, worauf kurz danach der Mitinhaber Florian Haffa seinen Rücktritt erklärt.

Ende des Jahres 2000 ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen die Haffa-Brüder und viele EM-TV Aktionäre fordern aufgrund von mangelhafter Informationspolitik Schadenersatz vom Unternehmen. Im späteren Gerichtsverfahren werden die Haffa-Brüder im April 2003 zu hohen Geldstrafen wegen unrichtiger Darstellung von Bilanzdaten verurteilt. Insgesamt wurden durch den Kursverfall der Aktie viele Milliarden Euro vernichtet, der einstige Höchstkurs betrug über 120 Euro, derzeit liegt der Kurs der umfirmierten Gesellschaft (EM.Sport Media) bei ca. zwei Euro.