Die Pleite der Babcock Borsig AG 2002

In den letzten Jahren haben Sie über die Pleite der Babcock Borsig AG bestimmt nicht nur einmal gelesen oder gehört. Unter dem Titel Babcock Borsig AG ist die noch heute andauernde Geschichte, die als eine der ersten, der größten und der spektakulärsten Pleiten der deutschen Industrie gilt. Die Deutsche Babcock AG war eines der Gründungsmitglieder des 1989 eingeführten DAX, der Index, der seitdem die 30 größten Unternehmen in Deutschland umfasst. Wenige Jahre später kam der erste Absturz: Am 15. September 1995 war die Deutsche Babcock AG wiederum unter den ersten Titeln, die aus dem DAX absteigen mussten.

Die Chronik des rapiden Untergangs der Babcock Borsig AG:
Es begann damit, dass im Jahr 1999 die Industrie- und Werftengeschäft Preussag die Deutsche Babcock AG übernahm und dadurch zum Großaktionär der knapp 100 Jahre alten Deutschen Babcock wurde.

Das letzte Kapitel der Geschichte Babcock Borsig AG wurde Mitte des Jahres 2002 angeläutet, als bekannt wurde, dass die Babcock Borsig AG in extrem ernst zu nehmenden finanziellen Schwierigkeiten steckt. Diese wurden auf dem höchsten politischen Niveau diskutiert und erörtert. Bemüht haben sich dabei sowohl Wolfgang Clement, der damals amtierende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen als auch Gerhard Schröder, der damals amtierende Bundeskanzler, zu helfen.

Die zur Rettung des in die Schieflage geratenen Konzerns dringend nötigten Geldmitteln wurden ihm jedoch nicht gebilligt. Sehr bald war es soweit, der Konzern war bankrott. Haupthintergrund der Babcock Pleite ist der Verkauf der gut laufende Schiffbau Sparte HDW, wodurch ein enormer Liquiditätsverlust entstand. Nun musste der Konzern sich auch offiziell als zahlungsunfähig erklären und stellte am 4. Juni 2002 vor dem Amtsgericht Duisburg den amtlichen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die große Pleite betraf auf einen Schlag die damals international circa 22000 bei der Babcock Borsig AG Beschäftigten. In wenigen Wochen, am 1. September 2002, wurde das Insolvenzverfahren über das gesamte Vermögen der Babcock Borsig AG eröffnet.

Beim Prozess (im September 2008) wegen Insolvenzverschleppung gegen den damaligen Vorstandschef Lederer wurde er geständig und verurteilt- Abgeschlossen ist das Insolvenzverfahrens trotzdem noch nicht. Die anerkannten Gläubigerverbindlichkeiten der Babcock Borsig AG sind zwei Milliarden Euro.