Die Pleite der Bremerhavener Weserbank 2008

Bereits im April 2008 musste die Bremerhavener Weserbank ihre Pforten schließen. Das Institut galt als überschuldet und von der 'Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht' (kurz Bafin) wurde dem Unternehmen untersagt, mit Kunden weiterhin zu verkehren oder Zahlungen anzunehmen, die nicht für die Tilgung der Schulden bestimmt seien. Es wurde ein Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Die Bremerhavener Weserbank war von der Größe her vergleichbar mit einer jede Raiffeisenbank. Es handelte sich um eine kleine Privatbank, die eine Summe von etwas mehr als 120 Millionen Euro in der Bilanz aufweisen konnte, außerdem etwa 3000 Privat- und Geschäftskunden. Für den Chef der Bank war bei der Schließung klar, dass diese aufgrund der Finanzkrise, die nahezu jedes Kreditinstitut in diesem Jahr beutelte, veranlasst wurde.

Die Bafin sah dies etwas anders und urteilte über ein nicht geschäftsfähiges Modell der Investmentunterstützung. Die Bank sei nicht in der Lage gewesen, die nötigen Erträge zu erwirtschaften. Der Chef der Bank, Lehmann, sah die Sache aber eher in der Finanzkrise begründet, weil immer weniger Börsengänge zu verzeichnen waren und damit die nötigen Beträge nicht mehr zu erwirtschaften waren.

Anleihen hätten zudem überaus dramatisch an Wert verloren. Doch, wie gesagt, die Bafin urteilte anders und entschied, dass auch in einem normalen Marktumfeld die Schließung nicht zu verhindern gewesen wäre. Eine Unterstützung der Bremerhavener Weserbank von Seiten des Staates erfolgte nicht.

Die Bremerhavener Weserbank war aber Mitglied der so genannten Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und damit des Einlagensicherungsfonds. Damit war das Geld der Kunden geschützt, was immerhin bis zu einer Grenze von 1,832 Millionen Euro pro Einleger der Fall ist. Mindestens 20.000 Euro sind pro Anleger ohnehin staatlich sicher geschützt, alles, was darüber hinaus geht, wird vom Sicherungsfonds übernommen. Der Einlagensicherungsfonds übernimmt die Entschädigungszahlungen an die Kunden, die ihr Geld eben nicht mehr von der Bremerhavener Weserbank bekommen können. Gegenüber den Kunden beliefen sich die Verbindlichkeiten bei Schließung der Bank auf immerhin 24,9 Millionen Euro.