Die Pleite der Herstatt Bank 1973 - 1974

1955 kauft ein Ivan David Herstatt das Bankhaus Hocker & Co. 1957 residiert sie als Bankhaus I.D. Herstatt KGaA., Untersachsenhaus 6, in Köln, an feiner Adresse.

Herstatt, 'Kölner Jong', Jahrgang 1913, hatte nicht nur eine gute Ausbildung der 'Deutsche Bank', war später Niederlassungsleiter der 'Bank für Gemeinwirtschaft', Herstatt hatte das Glück, einen Jagdfreund namens Dr. Hans Gerling zu haben, dem die einzigen deutschen im Privatbesitz befindlichen Versicherungsgesellschaften gehörten, der 'Gerling Konzern'. Gerling, der gerne nach dem Grundsatz des Understatements lebte, übernahm in der Konstruktion der KGaA ohne Aufsehen mehr als 75 % der Aktien. Ivan David Herstatt war eine guter Bankkaufmann, Gerling brachte einen Teil seiner Geschäfte, seine guten Beziehungen und das beste Ansehen mit ein. Er machte nicht den Fehler, 'Versicherung' und 'Bank' zu verbinden, vom Begriff 'Allfinanz' hielt er nichts; Allfinanz, woran heute noch Versicherungen leiden - Stichwort: Allianz/Dresdner Bank.

Als die Koppelung der Währungen an den Dollar wegfielen und das Geschäft mit dem freien Devisenhandel seinen Anfang nahm, begann die Spekulation mit den 'großen Geldern'. Relativ junge, unerfahre Bankleute konnten für bis zu DM 10 Millionen pro Tag Devisen kaufen. Als das Geschäft gut lief, umging man die Vorschriften wegen der Summenbegrenzung mit 'Strohmännern', die Dollarspekulationen gingen in die Milliarden. Als 1974 der Dollarkurs fiel anstatt des erwarteten Anstiegs, wurde ein Mann der Herstatt-Bank bekannt, 'Dany Dattel', der die übertriebenen Spielchen wohl zu verantworten hatte. Die Verluste bei den Devisentermingeschaften beliefen sich am 31.05.1974 auf 64 Millionen DM, wodurch knapp 90 % des Eigenkapatals der Bank 'verbrannt' wurde, wie es damals erstmals hieß. Am Ende waren es rund 500 Millionen DM.

Nachdem Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank eine Bürgschaft abgelehnt hatten, zeigte Dr. Hans Gerling Größe und verkaufte sein Lebenswerk 'Gerling Konzern' zu 51 % an ein "Deutsches Industriekonsortium - (VHDI) und die Deutsche Bank. Aus dem Restvermögen der Herstatt-Bank, dem Feuerwehrfonds der privaten Banken und dem Vermögen von Herstatt und Gerling wurden die Gläubiger größtenteil befriedet.

Gerling hatte nur das Wort, dass er seinen Anteil am Gerling wieder zurückkaufen konnte, aber das wurde von vom VHDI gehalten. Handschlaggeschäfte in Millionenhöhe, das hat es später nie mehr gegeben.