Die Pleite der Schmidtbank 2001 - 2005

Bei der Schmidtbank handelte es sich um eine private Regionalbank, die in den Bundesländern Sachsen und Thüringen, sowie in Nordbayern tätig gewesen ist. Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahre 1828, allerdings wurde im Jahre 2005 das endgültige Aus der Bank bekannt gegeben.
Sicherlich hat auch die Bankenpleite der Schmidtbank etwas dazu beigetragen, dass das Vertrauen in die Banken gesunken ist. Das es sich dabei bei weitem um keine Ausnahme gehandelt hat, zeigt die aktuelle Banken- und Finanzkrise deutlich, auch wenn momentan hauptsächlich die amerikanischen Banken und Sparkassen betroffen sind.

Die finanziellen Schwierigkeiten der Schmidtbank, und damit im Grunde der Anfang vom Ende, haben Ende der 90er Jahre bereits begonnen. Durch die Gründung der Auffanggesellschaft "Medusa" wurde im Jahre 2001 zwar noch versucht, die Schmidtbank zu retten, allerdings wurden viele Unternehmen der Schmidtbank Gruppe verkauft, sodass in der Praxis die Zerschlagung des Konzerns spätestens im Jahre 2005 endgültig stattgefunden hat.
Die noch bestehenden Filialen wurden 2004 von der Commerzbank übernommen.

Ausgelöst wurde die Krise und der spätere "Untergang" der Schmidtbank vermutlich durch Fehlentscheidungen und Missmanagement des früheren Inhabers Karl Gerhard Schmidt. Zudem wurde der Ex-Inhaber wegen Untreue im Jahre 2007 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.
Ob der Vorwurf der Fehlentscheidungen, die zu der Schieflage der Schmidtbank führten, gerechtfertigt war, konnte letztendlich nicht mit Sicherheit geklärt werden.

Einige Zahlen und Fakten sprechen allerdings dennoch für sich. Ein Auslöser der Pleite der Schmidtbank waren vor allem die "faulen" Kredite. Für nahezu 40 Prozent des gesamten Kreditvolumens mussten Wertberichtigungen erfolgen. Dieses Ausmaß war im Endeffekt dann auch der Grund dafür, dass die Schmidtbank nicht mehr zu retten war.
Der Verlust der Schmidtbank betrug beispielsweise in den ersten sechs Monaten des Jahres 2003 noch 16 Millionen Euro, was immernoch mehr als doppelt soviel war, wie man eigentlich damals geplant hatte, nachdem die Krise und Schieflage der Bank bereits lange bekannt war. Der Gesamtjahresverlust betrug in 2003 über 30 Millionen Euro. Auch die Mitarbeiterzahl reduzierte sich im Rahmen des Rettungs- und Sanierungskonzeptes natürlich deutlich. Von ursprünglich über 2.000 Mitarbeitern waren im Jahre 2003 gerade noch gut ein Drittel beschäftigt.