Rote Armee Fraktion - RAF 1970 - 1998

Die Rote Armee Fraktion (RAF) war eine militante und terroristische Gruppierung in Deutschland. Ihre politische Ausrichtung war linksextremistisch und die RAF handelte nach ihren südamerikanischen Vorbildern, den Tupamaros Guerillagruppen in Uruguay. Die RAF sah sich selbst als eine antiimperialistische und kommunistische Stadtguerilla.

Die bekanntesten Mitglieder der RAF waren Andreas Baader, Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin. Die der 2.ten Generation: Christian Klar, Susanne Albrecht und Brigitte Mohnhaupt. Die der 3.ten Generation: Wolfgang Grams und Birgit Hogefeld. Bekannt wurden sie vor allem dadurch, dass sie die Schlüsselfiguren und Drahtzieher der meisten Anschläge waren. Auch die Medien, insbesondere der Axel-Springer Verlag berichteten hauptsächlich über die sog. Bader-Meinhof Bande.

Die drei Generationen der RAF

Durch die gewaltsame Befreiung des inhaftierten Andreas Baader durch die Journalistin Ulrike Meinhof am 14. Mai 1970, ist die erste Generation entstanden. Kurz darauf wurde die Gründung der RAF publik gemacht - eine formelle Gründung gab es nicht.

Etwa 20 Personen darunter Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof machten sich 1970 zwischen Juni und August nach Jordanien auf, um sich dort in einem Camp der Fatah Bewegung militärisch ausbilden zu lassen. Nachdem die Gruppe wieder in Deutschland war, beschloss sie zunächst ihre Logistik aufzubauen und eine Geldzufuhr zu sichern. Es wurden Banken überfallen, Autos geklaut und Ämter überfallen, um an wichtige Dokumente wie beispielsweise Pässe zu gelangen. Diese Aktionen hatten das Ziel, die RAF Logistik auszuweiten und die RAF im Untergrund aufrecht zu erhalten.

Nach dem Aufbau der Logistik, ging die Gruppe dazu über, gegen US-Militäreinrichtungen und staatliche Einrichtungen Bombenanschläge zu verüben. Es gab auf Seiten der Polizei und der RAF zwischen 1970 und 1972 mehrere Tote zu beklagen. Erst durch die Verhaftung einiger der führenden Mitglieder und Protagonisten der RAF, darunter Andreas Baader und Ulrike Meinhof, wurde es wieder ruhig in Deutschland.

Doch währen dessen gründeten sich mehrere linksextremistische Gruppierungen in Deutschland und Europa. Die Festnahme und der Aufruhr und Medienrummel über die Verhaftung der RAF-Führungsspitze und dessen Haftbedingungen, erschuf die zweite Generation der RAF. Die zweite Generation und auch die dritte Generation der RAF hatten nicht mehr viel mit der eigentlichen ursprünglichen RAF und dessen Zielen gemein und diese Gruppierungen zeichneten sich vor allem durch ihr hohes Gewaltpotenzial und ihrer Skrupellosigkeit aus. Ihre Anschläge richteten ausschließlich gegen Persönlichkeiten aus Deutschland, der Politik und der Wirtschaft, darunter am 27.02.1975 die Entführung des Spitzenkandidat der Berliner CDU, Peter Lorenz, am 07.04.1977 die Ermordung des Generalbundesanwalt Siegfried Buback, am 30.07.1977 die Ermordung des Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG Jürgen Ponto, am 05.09.1977 die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Am 13.10.1977 kam es zur Landshut-Flugzeugentführung. Die Geiselnahme wurde am 18.10.1977 in Mogadischu (Somalia) von der GSG 9 gewaltsam beendet. Am 30.11.1989 wurde der Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, in Bad Homburg durch eine Bombe ermordet.

Am 20. April 1998 wurde durch ein schriftliches Schreiben von der RAF, dessen Auflösung (Selbstauflösung) öffentlich bekannt gegeben.